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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Mehr Senioren sitzen im Knast

07.12.2017

Hannover /Im Nordwesten Alter schützt vor Torheit nicht – und auch nicht davor, für eine schwere Straftat ins Gefängnis zu wandern. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der eingebuchteten Senioren in Niedersachsen sogar zugenommen – eine bundesweite Entwicklung, die sich auch im Nordwesten Niedersachsens niederschlägt.

Aktuell sitzen nach Angaben des Niedersächsischen Justizministeriums in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Oldenburg (inklusive der Außenstelle Nordenham) sechs Straftäter über 60 Jahren und zwei über 70 Jahren ein. In der JVA für Frauen in Vechta verbüßen acht über 60-Jährige und drei über 70-Jährige ihre Strafen. In Lingen (Emsland) sind es 29 über 60 beziehungsweise fünf über 70 Jahre. Aktuell sitzen 182 Senioren in niedersächsischen Gefängnissen ein, im Jahr 2014 waren es nur 174.

Kommentar: Kein Mitleid

Weil die Gesellschaft älter werde, gebe es auch mehr ältere Straftäter, begründet Ministeriumssprecherin Marika Tödt den Anstieg. Das Spek­trum reiche von der betagten Rentnerin, die mit Drogen handelt, bis zum rüstigen Senior, der eine Bank ausraubt.

Yoga für Männer und Angebote für 50+

Senioren im Gefängnis sind nicht mehr zur Arbeit verpflichtet, können aber freiwillig arbeiten oder einer vergleichbaren Beschäftigung nachgehen.

Für ältere Insassen gibt es in einigen Anstalten besondere Angebote wie etwa die Gruppenbehandlungsmaßnahme 50+. In anderen Justizvollzugseinrichtungen wird laut Justizministerium Yoga angeboten für Männer, die durch das „klassische“ Sportangebot überfordert wären.

Gefangene verbleiben laut Ministerium auch nach Erreichen der Altersgrenze der Rentenversicherung in der für sie zuständigen JVA. „Dort bestehen ihre sozialen Kontakte, die es in der Regel zu erhalten gilt. Die Justizvollzugseinrichtungen bieten in der Regel je nach Bedarf spezielle Sport- und Freizeitmaßnahen für diese Gefangenengruppe an“, erläutert Sprecherin Tödt.

Die Haftanstalt in Oldenburg sei zudem bereits barrierearm beziehungsweise barrierefrei gebaut worden. Es gebe beispielsweise extra breite Türen für Gefangene mit Rollatoren sowie spezielle Zellen und Waschräume für Rollstuhlfahrer. Bei erheblichem Pflegebedarf erfolge eine Einweisung in das Justizvollzugskrankenhaus in Lingen.

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