Hannover - Zwei Störungen innerhalb weniger Tage haben Anfang der Woche das PC-System der niedersächsischen Polizei für längere Zeit stark beeinträchtigt. Seit Donnerstag Nachmittag seien die Probleme behoben, das System laufe wieder störungsfrei, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Hannover. „Es gab keine Fremdeinwirkung auf das Netz der Polizei“, betonte Polizeidirektor Alfred Soetbeer. Zuvor hatten Medien über die PC-Probleme berichtet.

Laut Soetbeer trat die erste Störung am Montagvormittag auf und beeinträchtigte die Arbeit in vielen Polizeidienststellen bis Dienstagnachmittag. Die Server hätten sich „verschluckt“, als Daten aus dem alten IT-System der Polizei in eine neue Verzeichnisstruktur übertragen und gleichzeitig automatische Updates installiert wurden. Rund 300 Meldungen von PC-Störungen seien beim Helpdesk der Polizei eingegangen. Vielerorts kämpften die Beamten mit langen Server-Wartezeiten oder waren ganz vom Netz abgeschnitten. Am Mittwoch gab es erneute Ausfälle, weil Firewall-Einstellungen verändert wurden.

„Die Handlungsfähigkeit der Beamten war nicht beeinträchtigt. Polizeiarbeit funktioniert auch mit Block und Kugelschreiber“, sagte Soetbeer. In Einzelfällen könne es aber sein, dass Zeugen ihre Aussagen bei der Polizei wiederholen müssen, da die Daten zu den Protokollen durch die Störung nicht gespeichert wurden.

Der Informationsfluss der Sicherheitsbehörden nach dem Attentat in Straßburg am Dienstagabend war den Angaben zufolge nicht beeinträchtigt, da das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt mit den Leitstellen der Polizei über ein anderes Netz kommunizieren.