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Schwertransport Im Emsland 35 Meter langer Behälter kippt um – Ursache wohl menschliches Versagen

Haselünne/Dörpen - Der Transport von zwei riesigen Kohlendioxid-Speichern von Haselünne zum Hafen von Dörpen (Landkreis Emsland) steht offenbar unter keinem guten Stern: Auch im zweiten Anlauf scheiterte das Vorhaben. Bei Sögel rollte am Sonntag einer der 35 Meter langen Tanks in den Graben. Experten untersuchten am Montag die Unfallstelle und gehen derzeit „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ von menschlichem Versagen als Unfallursache aus. Spezialisten der Polizei und Gutachter des TÜV hätten keinerlei technische Mängel am Transportfahrzeug oder am Spezialauflieger festgestellt.

Die Umgehungsstraße ist seit dem Unfall gesperrt. Der Verkehr müsse nun durch den Ortskern von Sögel umgeleitet werden. „Wenn möglich, umfahren sie diesen Bereich weiträumig“, so die Polizei. Ansonsten wird darum gebeten, den Umleitungsbeschilderungen U7 und U8 zu folgen.

Im Lauf des Tages solle ein runder Tisch mit Experten zusammenkommen, bei dem es um die Unfallursachenermittlung, die Bergung und die Weiterführung des Transportes gehen solle, sagte der Sprecher.

Das passierte am Sonntag

Der am Sonntagmorgen gestartete Schwertransport durch das Emsland mit einem Gesamtgewicht von 430 Tonnen kam nicht weit. Auf etwa der Hälfte der 60 Kilometer langen Strecke kippte gegen Mittag einer der beiden Behälter in den Graben. Nach Angaben des Einsatzleiters der Polizei, Klaus Hackmann, musste der gesamte Transport daraufhin stillgelegt werden. Die Fahrzeuge mit dem zweiten großen Tank befanden sich hinter dem verunglückten Zug und kamen ebenfalls nicht weiter. „Positiv ist, dass keiner verletzt ist“, betonte der Einsatzleiter.

Der Schwertransport war am frühen Morgen gestartet. Beide Behälter wurden von jeweils zwei Tiefladern mit Zug- und Schubmaschine transportiert. Die Speicher für Kohlendioxid stammen von einer Metallbaufirma in Haselünne. Ziel sollte eigentlich das etwa 60 Kilometer entfernte Güterverteilzentrum im Hafen von Dörpen sein. Dort sollten sie in Richtung Dänemark verschifft werden.

Schon im Mai 2019 war ein erster Versuch, die Behälter zu transportieren, nach energischem Protest aus der Samtgemeinde Sögel von der Polizei abgebrochen worden. Um die gewaltigen Tanks über die Straße zu bringen, waren zahlreiche Allee-Bäume halbseitig abrasiert worden. Dabei wurde enormer Schaden angerichtet: 300 hochstämmige Bäume müssen neu gepflanzt werden.

Auch für diesen Transport gab es Baumschnitte – allerdings sollte dabei nach Angaben des Landkreises Emsland vorsichtiger vorgegangen werden.

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