Oldenburg - Glassplitter der zerborstenen Straßenlaterne liegen herum, ein massiver Metallzaun liegt zusammengefaltet wie ein Blatt Papier auf der Grundstücksgrenze, Fahrradrahmen sind verbogen, Speichen gebrochen, Felgen deformiert: Das Alte Gymnasium Oldenburg ist am Montag nur knapp einem großen Unglück entkommen.

Eine rund 100 Jahre alte Eiche ist gegen 8.30 Uhr Richtung Roonstraße umgestürzt und hat dabei einen benachbarten Ahornbaum entwurzelt, der in entgegengesetzter Richtung zum Mensa-Neubau hin umfiel. Der tonnenschwere Stamm des Ahorns hat dabei den Zaun niedergewalzt und die Räder deformiert. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Schüler hatten ihre Räder gut eine halbe Stunde vor dem Unglück in den Fahrradständern abgestellt. „Plötzlich hat es einen Knall gegeben, Glas zersplitterte und es wurde dunkel vor dem Fenster“, beschreibt Mensa-Betreiberin Silke Janßen (47) die Schrecksekunde, als der Baum mit seinen Ästen gegen das Gebäude krachte. AGO-Direktor Frank Marschhausen bedankte sich für das umsichtige Handeln der alarmierten Polizei und Feuerwehr. Marschhausen: „Ich bin überaus erleichtert, dass niemand verletzt wurde.“

Die beiden Bäume standen auf dem Grundstück von Harald Schneider an der Roonstraße 1. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte der OOWV im vergangenen Jahr eine Pumpstation aufgerüstet und dazu Spundwände in den Boden getrieben. „Ich hatte damals schon darum gebeten, die Bäume fällen zu dürfen, doch ein Gutachter hatte sie als kerngesund und erhaltenswürdig eingestuft“, sagt Schneider, der sich am Montag den Schaden vor Ort fassungslos ansah. Erst in der vergangenen Woche habe er erneut bei dem Gutachter angerufen und um einen Termin gebeten, weil sich der Stamm des Baumes seinen Beobachtungen zufolge immer weiter neigte, fügt der Immobilienbesitzer hinzu. Er werde jetzt den Schaden berechnen lassen und sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzten. Schneider: „Schließlich hat die Stadt den Bau der Pumpstation genehmigt.“

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg