HILDESHEIM - HILDESHEIM - Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit wird Hildesheim von einem Fall extremer Brutalität von Schülern erschüttert. Eine Clique von sechs Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sollen ein 13-jähriges Mädchen wochenlang immer wieder vergewaltigt und sexuell misshandelt haben. Die Schüler sitzen seit Mittwochabend in Untersuchungshaft, die Polizei nahm einige direkt im Schulunterricht fest. „Ein abscheuliches Verbrechen, das hier alle sehr berührt“, sagt Stadtsprecher Horst Richter. Erst Anfang 2004 war bekannt geworden, dass ein 17-jähriger Berufsschüler in Hildesheim von Klassenkameraden monatelang gequält und misshandelt worden war.
Die 13-jährige Schülerin hatte einen ihrer späteren Peiniger im März bei einem Internet-Chat kennen gelernt und sich mit ihm verabredet. „Gleich zum ersten Treffen brachte der Jugendliche mehrere Kumpanen mit“, sagte der Sprecher der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Bernd Seemann. Bereits bei dieser Verabredung sei das Mädchen mit Drohungen und unter Anwendung von Gewalt zu sexuellen Handlungen gezwungen.
Um ihr Opfer zu weiteren Treffen zu zwingen, drohten die Schüler mit der Veröffentlichung von Bildern, die sie angeblich bei den ersten Vergewaltigungen gemacht hätten, sagte Seemann. Aus Angst habe sich die 13-Jährige dann in den folgenden Wochen in Gartenanlagen, Gebüschen und in einem Keller mit den Schülern getroffen. Dabei soll sie dann zumeist von mehreren Jugendlichen nacheinander vergewaltigt worden sein.
Ans Licht kamen die grausamen Verbrechen, weil sich die 13-jährige Schülerin vor kurzem trotz aller Einschüchterungen der Polizei offenbarte. Diese handelte schnell. Um weiteren Taten vorzubeugen, wurden die Jugendlichen am Dienstag zum Teil in ihren Schulen festgenommen.
Seit der Fall am Mittwoch bekannt wurde, gibt es in Hildesheim kaum noch ein anderes Gesprächsthema.
