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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Hinweise auf weitere Opfer

14.04.2016

Oldenburg /Delmenhorst Die Zahl der weiteren möglichen Mordopfer des verurteilten Ex-Krankenpflegers Niels Högel ist von 21 auf 24 gestiegen. Nach der Exhumierung von weiteren verstorbenen Patienten des Klinikums Delmenhorst konnten die Ermittler in drei neuen Fällen Rückstände des Herzmedikaments Gilurytmal nachweisen. Das teilten die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Sonderkommission „Kardio“ mit.

Das Mittel hatte der Ex-Pfleger Schwerkranken auf der Intensivstation gespritzt und dadurch zum Teil tödliche Komplikationen ausgelöst. Für sechs Taten wurde Högel bereits verurteilt, er sitzt in der JVA Oldenburg eine lebenslange Haftstrafe ab.

Im Prozess hatte Högel Anfang 2015 rund 90 Tötungsversuche und 30 Tötungen im Klinikum Delmenhorst gestanden. Die Zahl der von der Polizei gefundenen Verdachtsfälle nähert sich diesen Angaben immer weiter an.

„Wir haben bei den Verdachtsfällen im Klinikum Delmenhorst 181 Krankenakten begutachten lassen“, sagte Matthias Kutzner, Sprecher der Soko „Kardio“, der NWZ.

84 Gräber von ehemaligen Patienten des Klinikums hat die Polizei bisher auf Friedhöfen in Niedersachsen geöffnet. Bei 77 liegen die Ergebnisse vor, in sieben Fällen stehen sie noch aus, erklärte Kutzner.

Bis Ende Mai will die Polizei die Exhumierung der möglichen Opfer am Klinikum Delmenhorst beenden. Mitte Juni könnten dann alle Ergebnisse feststehen. Danach wollen die Ermittler die Öffentlichkeit detailliert über die Erkenntnisse informieren.

Staatsanwaltschaft und Polizei machten keine Angaben zu möglichen Opfern von Högel im Klinikum Oldenburg oder im Rettungsdienst im Landkreis Oldenburg. Die Ermittlungen laufen parallel zu den Exhumierungen von ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst. Es gebe noch keine verlässlichen Ergebnisse, hieß es von den Behörden.

Högel hat bisher Taten außerhalb des Klinikums Delmenhorst bestritten. Die Polizei bezweifelt die Angaben allerdings. So gibt es im Klinikum Oldenburg mindestens zwölf Verdachtsfälle. Im Rettungsdienst hat die Soko mehr als 500 Notarzt-Einsatzprotokolle überprüft.


Ein Spezial mit Artikeln zu dem Thema unter:   www.nwzonline.de/krankenpfleger-prozess 
Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008

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