HOHELIET - Neugierige Augen, weiches Maul und wilde Mähne: Die Charakterköpfe haben es Diedrich Diers angetan. Der Hohelieter hat vor fünf Jahren sein Herz für Tarpane entdeckt. „Eigentlich suchte ich ein kleines Pferd für die Enkelkinder“, erzählt er. Und dann sei er auf diese urtümliche Rasse getroffen. Sie gelte als Vorfahr unserer Hauspferde und erlebe durch eine Rückzüchtung jetzt eine Renaissance.

„Tarpane sind robust, pflegeleicht, ruhig, lieb und haben einen guten Charakter. Kinder kommen damit sehr gut zurecht“, weiß der Hobbyzüchter inzwischen. Die Leidenschaft für dieses Hobby teilt er mit wenigen anderen, so zum Beispiel mit Heino Büsing aus Hoheliet, der ebenfalls auf der Suche nach einem passenden Pferd für das Enkelkind beim Tarpan fündig wurde. Der Kreis der aktiven Züchter ist klein, wissen die beiden. Nur 19 Stuten und 3 Hengste sind im Pferdestammbuch Weser-Ems verzeichnet.

Sie haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Walter Bümmerstede aus Eggeloge und Jürgen Eikis aus Elsfleth die Rasse in der Region bekannter zu machen und vor dem neuerlichen Aussterben zu bewahren.

Derweil nutzen Diers und seine Mitstreiter die Pferde aber auch für gemeinsame Ausfahrten. „Sie gewöhnen sich ruckzuck an die Kutsche“, lobt Diers das pflegeleichte Temperament der einstigen Wildpferde.

Dass die Tiere gut zum Anspannen geeignet sind, davon können sich übrigens auch die Besucher der Halsbeker Landpartie am kommenden Sonntag, 9 bis 18 Uhr, überzeugen. Während der Veranstaltung bieten die Tarpanfreunde Kutschfahrten an. Gerne geben die Züchter interessierten Besuchern auch Auskunft über die ungewöhnliche Pferderasse und ihre Merkmale.