HORUMERSIEL - Um 18.34 wurde Alarm geschlagen. Die Leitstelle meldete eine Gasexplosion im Heizungskeller der Kuranlage in Horumersiel und alarmierte alle wangerländischen Wehren. Drei Personen wurden vermisst, der Brand hatte sich über den Schornstein und die Lüftungsschächte auf das Flachdach ausgebreitet.

Rund acht Minuten später traf bereits die erste Wehr aus Minsen ein, die Hooksieler folgten nur wenige Minuten später. Und schnell klärte sich auf, dass es sich glücklicherweise um eine Übung handelte. Eigentlich sollte der Übungsalarm schon um 18.10 Uhr ausgelöst werden. Doch aufgrund eines echten Einsatzes der Hooksieler Wehr, die zu einer Personenrettung gerufen wurde, verschob sich die Übung.

Das Übungsszenario, das sich Minsens Ortsbrandmeister Norbert Siebolds und der stv. Gemeindebrandmeister Ingo Kruse ausgedacht hatten, hatte es in sich. Die großen Wehren Hooksiel und Hohenkirchen sollten den Brand von der Ostseite her bekämpfen, wobei zuerst eine Wasserversorgung vom Speicherpolder zu legen war. Im hinteren Teil des Gebäudes hatten die Minsener den Brand schnell unter Kontrolle.

Bei der Menschenrettung konnten die kleineren Wehren ihr Können und ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen. Drei vermisste Personen mussten unter dem Einsatz von Atemschutzmasken gerettet werden. Zwei davon wurden im Heizungskeller vermutet.

Der Zugang dorthin erfolgte über einen Lichtschacht. Doch um überhaupt hinein zu gelangen, mussten die Brandschützer erst einmal die Abdeckung des Schachtes entfernen und sich über eine Leiter abseilen. Sechs Kameraden tasteten sich, mit einem Seil miteinander verbunden, in einem engen Kriechgang unterhalb des Schwimmbeckens vorwärts. Dort wurden sie schließlich fündig. Halb geduckt oder kriechend bargen sie die Personen in einem kräftezehrenden Einsatz aus der Gefahrenzone. Nach dem Einsatz waren sich alle zwölf Atemschutzträger einig: „Hinterher weiß man, was man getan hat.“

„Etwa 60 Kameraden aller sieben Wehren haben inzwischen Atemschutz-Lehrgänge besucht“, berichtete Ingo Kruse.

Insgesamt 110 Feuerwehrleute waren bei der Übung mit 14 Fahrzeugen im Einsatz. Das Fazit des Gemeindebrandmeisters Heinz-Dieter Bruns und seines Stellvertreters fiel eindeutig aus: „Gerade bei den kleineren Wehren besteht bei der Menschenrettung noch Übungsbedarf. Insgesamt ist die sehr anspruchsvolle Übung aber gut verlaufen“, lobten die Feuerwehrchefs die Einsatzkräfte.