Hude/Altmoorhausen - Sie sind da wenn’s brennt. Jedoch nicht am Einsatzort, sondern im Kinderzimmer. Die Alarm-Muttis der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Hude passen auf die Kinder der Feuerwehrleute auf, wenn diese zu einem Einsatz müssen.
Diese einmalige Initiative wurde jetzt vom Bundesinnenministerium für den Förderpreis „Helfende Hand“ nominiert. Denn was die ehrenamtlichen Frauen leisten, ist absolut bemerkenswert. Und so sind die Alarm-Muttis Mirjam Blankemeyer aus Altmoorhausen und Rita Henning aus Hude als eines von fünfzehn Projekten bundesweit ausgewählt worden.
„Helfende Hand“ ist ein Förderpreis, den das Bundesinnenministerium vergibt. Damit sollen Ehrenamtliche in besonderem Einsatz bei Rettungsdienst und Feuerwehr ausgezeichnet werden.
15 Projekte sind nominiert worden. Das Publikum entscheidet, wer den Preis gewinnt. Abgestimmt wird online.
Die Alarm-Muttis der Freiwilligen Feuerwehren Altmoorhausen und Hude sind für den Förderpreis nominiert und hoffen noch auf mehr Stimmen.
Online abstimmen ist noch bis zum Montag, 3. Dezember, auf der Homepage von „Helfende Hand“ möglich.
Bei diesem Förderpreis zeichnet das Innenministerium innovative Ideen und Konzepte aus, die den Bevölkerungsschutz, also Feuerwehr und Rettungsdienst, in besonderer Weise unterstützen. Hintergrund ist, dass die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz gefördert werden soll. Seit 2009 wird der Preis jährlich in verschiedenen Kategorien vergeben.
Der Sieger wird durch eine Online-Abstimmung gewählt. Diese läuft noch bis zum 3. Dezember. Das Projekt, das am Ende der Abstimmung die meisten Stimmen bekommen hat, erhält den Preis. Die Verleihung des Förderpreises findet um den 5. Dezember herum statt. Das ist der Internationale Tag des Ehrenamtes. Alle Nominierten sind dazu nach Berlin eingeladen.
Das bisher beliebteste Projekt hat über 600 Stimmen. Die Alarm-Muttis sind momentan mit 170 Stimmen dabei. „Wir brauchen noch anständig Stimmen“, sagt Gemeindepressewart Georg Schecke.
„Wir können den Namen Hude in Berlin nach vorne bringen“, hofft Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf auf ein gutes Ergebnis und fordert die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde und umzu auf: „Steht zu uns, unterstützt die Freiwillige Feuerwehr, dann haben wir wirklich eine gute Chance.“ Man müsse sich vor Augen führen: „Das ist keine Stadt wie Oldenburg, es ist das kleine Hude, das nominiert wurde“, ist Schecke stolz auf die Beachtung vom Ministerium für die Alarm-Muttis.
Dabei war das alles gar nicht so geplant gewesen. „Es wurde jemand gebraucht, und wir waren eben da“, sagen die beiden Ehrenamtlichen. „Das war gar keine Frage.“
Rita Henning ist die „Ur-Mutti“, sie nimmt die Kinder der Feuerwehrleute schon seit 20 Jahren in ihre Obhut, wenn es brennt. „Das hat sich damals so ergeben“, sagt die 61-Jährige schulterzuckend.
Mirjam Blankemeyer hat das Amt vor drei Jahren ganz inoffiziell für ihre Nachbarin übernommen, als diese in Betreuungsnot war. „Dann komm ich einfach nächstes Mal schnell rüber“, hatte die 31-Jährige zu ihrer Nachbarin gesagt. Und so ist es dann auch gekommen. Für die Frauen eine Selbstverständlichkeit – für die Feuerwehr eine große Hilfe.
Nachdem der NDR über die Alarm-Muttis aufgrund eines Berichts in der NWZ im Fernsehen berichtet hatte, gab es ein riesiges Echo. „Das ist fast eskaliert“, sagt Blankemeyer lachend. Es kamen weitere Anfragen von Fernsehsendern und Zeitschriften – sogar ein Bürgermeister aus Bayern rief an. Zusätzlich gab es zahlreiche Anrufe von anderen Feuerwehren aus ganz Deutschland, und Leuten vom Technischen Hilfswerk, die wissen wollten: „Wie habt ihr das gemacht? Wie läuft das rechtlich?“
Dass sie nun wirklich für den Förderpreis „Helfende Hand“ nominiert wurden, freut die Alarm-Muttis. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Rita Henning. „Es hat uns wirklich überwältigt“, stimmt Mirjam Blankemeyer zu. Jetzt fehlen nur noch die Stimmen aus Hude, damit die Alarm-Muttis eine Urkunde nach Hause bringen. Hude drückt die Daumen!
