HUDE - Das DRK war zu Gast bei der Rettungsdienst-AG. Der evangelische Kindergarten will in Kürze ein Krankenhaus besuchen.
Von Stephan Onnen
„Da bekommt deine Mutter aber einen Schock“, befürchtet Heike Würdemann. Die Sanitätshelferin vom Ganderkeseer DRK legt der vierjährigen Laura einen Kopfverband an. Die Wunde scheint stark zu bluten – die Mullbinde ist rot getränkt. Dennoch ist das Mädchen bester Laune, und auch Erzieherin Jutta Hartleib ist ganz gelassen. Der Grund: Zwar sind die Verbände, die ihre Schützlinge tragen, echt, nicht aber das Blut. Heike Würdemann hat es nachträglich mit Filzstift auf die Mullbinde gemalt.
Anlass für die vielen „Verletzten“ im evangelischen Kindergarten „Regenbogeninsel“ in Hude ist ein Erste-Hilfe-Kurs, den die Kinder der „Rettungsdienst“-Arbeitsgemeinschaft am Montag absolvieren. Heike Würdemann übt mit den Steppkes nicht nur das Anlegen von Verbänden, sondern vor allem das richtige Verhalten bei Unfällen. Welche Notrufnummer gewählt werden soll, lernen die Kinder im Chor: „112 – schnelle Hilfe kommt herbei!“.
Heike Würdemann arbeitet beim DRK in der Abteilung „Breitenausbildung“. Die Rotkreuzler rücken regelmäßig aus, um im Landkreis an Kindergärten oder Schulen durch kindgerechte Informationen Berührungsängste abzubauen und für Erste Hilfe zu sensibilisieren. Begleitet wird Heike Würdemann diesmal von ihrem Kollegen Daniel Becker: Er stellt draußen den Rettungswagen vor. Als besonders mutig erweist sich Marvin: Der Vierjährige wagt sich in seiner Gruppe als Einziger auf die Vakuummatratze, die zum Ruhigstellen von Frakturen und zum schonenden Patiententransport benutzt wird. „Die Matratze besteht aus einer luftdichten Hülle und einer lockeren Füllung aus Kunststoffkugeln“, erläutert Daniel Becker. Das zunächst weiche Schienmaterial wird an Marvins Körper geformt. Anschließend wird die Luft mit einer Absaugpumpe aus der Matratze abgesaugt. Die Plastikkugeln legen sich im Vakuum dicht aneinander, und die gesamte Matratze wird hart.
Pascal ist der nächste „Patient“. Er lässt sich einen Clip auf den Zeigefinger stülpen – dass er ein wenig aufgeregt ist, zeigt die Digitalanzeige des Herzfrequenzmessers.
Nächsten Montag bekommt die Rettungsdienst-AG Besuch vom Huder Kinderarzt Dr. Jürgen Onken – dann können die Kinder ihre Ausrüstung mit der des Mediziners vergleichen: „Die Kinder haben sich Arztkoffer zugelegt und im Kindergarten eine Rettungsstation eingerichtet“, berichtet Jutta Hartleib, die die AG zusammen mit Paula Hepting und Annika Klein leitet. Eine Krankenhaus-Besichtigung soll das Projekt abschließen.
