HUDE - Hundeattacke am Heideweg – zweimal wurden in den vergangenen Nächten Schafe des Huder Züchters Egon Bruns attackiert. Drei der 15 Tiere verendeten an den Folgen – aufgrund der Schwere ihrer Bissverletzungen müssen zwei weitere eventuell noch eingeschläfert werden. „Es gibt Hunde, in denen dieser Hetztrieb einfach drinsteckt“, sagt Jochen Vahrenhorst, Leiter des Kreis-Veterinäramtes, auf Nachfrage.
Schreckliche Entdeckung
In der Nacht zum Sonntag schlug der Hund erstmals zu. Als Bruns am Morgen auf der vorderen Weide seines Hofes nach seinen Tieren schauen wollte, entdeckte er dort ein totes, übel zugerichtetes Schaf. „Überall lag Wolle herum – die Spuren einer grausamen Hetzjagd waren deutlich zu erkennen“, so Bruns.
Nach der schrecklichen Entdeckung informierte der Züchter die Polizei, doch die Beamten in Wildeshausen hätten ihm gesagt, dass die Wache in Hude nicht besetzt sei und sie dafür nicht aus der Kreisstadt anfahren würden. Er solle sich am Montag an die Kollegen vor Ort wenden. So deckte der Züchter das tote Tier ab, sperrte die acht anderen völlig verstörten Schafe ein und installierte Scheinwerfer an der Weide.
Mit Eisenstange bewaffnet
In der folgenden Nacht wurde Bruns gegen zwei Uhr durch das Bellen eines Hundes aus dem ohnehin unruhigen Schlaf gerissen. Bewaffnet mit einer Eisenstange („Man weiß ja nicht, was das für eine Bestie ist“) und mit einer Taschenlampe lief er zur vorderen Weide, aber „dort war nichts zu sehen“. Alarmiert vom Blöken verängstigter Schafen eilte Bruns zur zweiten Weide hinter dem Haus und sah dort im Schein der Taschenlampe seinen Schafbock, der sich mit seinen Hörnern gegen „einen großen schwarzen Hund mit weißem Bauch“ wehrte. Aufgeschreckt durch das Licht flüchtete der Angreifer.
Am nächsten Morgen offenbarte sich das komplette Ausmaß der erneuten Attacke. „Ein Schaf war tot, ein zweites wurde mit Bisswunden am Hals eingeschläfert, ein drittes hat ein Bein gebrochen und muss vielleicht ebenfalls von seinem Leid erlöst werden“, so Bruns. An diesem Mittwoch will die Tierärztin noch einmal vorbeischauen.
„Ein Menschenproblem“
Nachdem die Polizei am Montag den Bericht aufgenommen hatte, wandte sich Bruns an einen Landwirt in der Nähe, der einen solch großen Hund besitzt. Das Tier wies aber keinerlei Kampfspuren oder Blut auf. Der Hund solle aber, um sicher zu gehen, über Nacht eingesperrt und angebunden werden.
„Wenn ein Hund erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, macht er natürlich weiter“, warnt Vahrenhorst. Eigentlich sei es allerdings ein Menschenproblem – der Besitzer müsse mittels Zwinger und Hundeleine dafür sorgen, dass sein Hund so etwas nicht machen kann. Dazu könne der Besitzer, wenn bewiesen sei, welcher Hund die Schafe attackiert hat, auf Antrag des Geschädigten vom Ordnungsamt gezwungen werden. Zudem könne Bruns Schadensersatz verlangen. „Das dürfte mich wohl rund 600 Euro kosten“, schätzt der Züchter. Genau sei es noch nicht abzusehen, was neben dem Wert der Tiere noch an Kosten für das Einschläfern und die Entsorgung auf ihn zukommen.
