HUDE - Es ist ein kleines Abenteuer, das Schäfer Stefan Rose momentan durchlebt. Mit seinen rund 1000 Schafen hat er sich von Norddeich (Ostfriesland) aus auf den Weg gemacht, um seine Tiere ins Winterquartier nach Grethem bei Hodenhagen zu bringen.
In der Sommersaison ist Rose Deichschäfer in Norddeich. Nun ist die Saison vorbei – und um das Geld für einen Lkw-Transport zu sparen, ist Rose die 300 Kilometer nach Grethem zu Fuß mit seinen Tieren unterwegs. Er hofft, um den 3. November herum zu Hause zu sein. Insgesamt 21 Tage Laufzeit hat er eingeplant.
Keine kranken Schafe
Zusammen mit fünf Hunden sowie seinem Mitarbeiter Thilo Fleischer und Hobbyzüchter Friedrich Schütz hat sich der Schäfer auf den Weg gemacht. „Viel Organisation bedarf es im Vorfeld nicht“, erklärt Rose. „Man klärt das mit dem Veterinäramt ab, denn die Schafe dürfen nicht krank sein, danach kann es losgehen.“
Den Weg kennt der Schäfer schon fast auswendig. Bereits im vierten Jahr nacheinander geht er diesen Weg. Die Reiseroute umfasst lediglich kleine Änderungen.
Am Dienstag durchlief die Karawane auch die Gemeinde Hude. Auf einer grünen Wiese konnten sich die Schafe ausruhen und stärken – und auch die drei menschlichen Zweibeiner konnten einmal durchschnaufen. „Um Kosten zu sparen, schlafen wir im Wagen und im Anhänger“, erzählt Stefan Rose. Zwar sei der Komfort nicht der beste, würde aber ausreichen.
Unbemerkt bleiben die Reisenden auf ihrer Strecke natürlich nicht. „Wir werden immer wieder von Passanten angesprochen. Unhöflich ist aber nie jemand. Alle sind interessiert und wollen wissen, wohin wir gehen und warum wir das tun“, so Wanderschäfer Rose.
Erst ein schwerer Unfall
Auf ihrer Tour durch Norddeutschland durchstreifen die Tiere und ihre Begleiter viele Gemeinden, Dörfer und Landkreise. Über Hude ging es am Dienstag weiter bis nach Steinkimmen.
Einen schlimmen Zwischenfall gab es bisher erst einmal. Im vergangenen Jahr gab es einen Unfall mit einem Pkw. „In diesem Jahr ist bisher aber alles reibungslos verlaufen, und ich hoffe, das bleibt auch so“, sagt Rose.
Obwohl die Schafe an schlechtes Wetter gewöhnt sind, wandern sie nicht bei jeder Witterung. „Bei starkem Regen und Gegenwind kann es passieren, dass die Schafe stehenbleiben. Dann bringt es auch nicht viel, die Schafe anzutreiben“, erklärt Rose.
Abends bringt er die Schafe dann auf einer Wiese unter. Entweder vorher angemeldet, oder er sucht sich eine frei stehende Weide. „Es hat sich bisher noch keiner bei uns beschwert und wenn doch, dann wandern wir eben weiter“, so Rose.
