Hude - Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr so wie es war. Wie zum Beispiel nach einem tragischen Unfall: Plötzlich ist man als Ersthelfer, Zeuge, Angehöriger oder auch selbst als Einsatzkraft vor Ort mit einer Situation konfrontiert, mit der man überfordert ist. In solchen Fällen ist auch für diejenigen, die nicht selber körperlich verletzt worden sind, Erste Hilfe dringend notwendig – Erste Hilfe für die Seele.
Alle Interessierten sind zum unverbindlichen Infoabend eingeladen. Dieser findet am Freitag, 26. Januar, von 19 bis 21 Uhr, im Huder Feuerwehrhaus an der Parkstraße 55 a statt. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung für den Infoabend wird gebeten unter der kostenfreien Servicenummer 0800 0019214 oder unter
Psychosoziale Notfallversorgung, auch kurz PSNV, kann dabei helfen, meinen die Johanniter. „PSNV-Teams kümmern sich um alle Betroffenen, die nicht selber verletzt sind, aber unter dem Eindruck eines Ereignisses stehen“, erklärt Dimiter Dikov, Fachbereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landkreis Oldenburg.
Johanniter vor Ort
Die Johanniter, die seit mehr als zwölf Monaten den Rettungsdienst in Hude betreiben, wollen jetzt auch vor Ort ein PSNV-Team gründen.
Gesucht werden dafür noch engagierte Helferinnen und Helfer. Ein Infoabend für alle Interessierten findet am Freitag, 26. Januar, von 19 bis 21 Uhr im Haus der Huder Feuerwehr statt. „Besondere Voraussetzungen sind nicht erforderlich. Mitglied in dem Team kann jeder werden, der andere Menschen in einer für sie schwierigen Situation unterstützen will. Die Ausbildung übernehmen die Johanniter“, erklärt Stefan Greiber von den Johannitern.
Nicht allein lassen
Die psychosoziale Notfallversorgung umfasst die Betreuung von Angehörigen von verletzten oder überraschend gestorbenen Personen, Zeugen oder auch Rettungskräften nach traumatisierenden Einsätzen. Eine eventuell notwendige psychologische Behandlung ersetzt der Einsatz eines Kriseninterventions-Teams nicht, betonen die Johanniter. Es gehe erst einmal nur darum, die Betroffenen aufzufangen und in einer schwierigen Situation nicht einfach alleine zu lassen, sagt Fachbereichsleiter Dimiter Dikov.
Denn gerade die ersten Minuten und Stunden können sehr belastend sein. Aber oft kommt es auch erst mit Verzögerung zu psychischen Reaktionen auf ein Ereignis, das für Betroffene extrem belastend war. Unterstützt werden die Johanniter in Hude beim Aufbau der Krisenintervention von den PSNV-Teams der benachbarten Ortsverbände Oldenburg und Delmenhorst, die bereits umfangreiche Erfahrungen haben.
Betroffenen helfen
Die Helferinnen und Helfer arbeiten grundsätzlich ehrenamtlich. Für die betreuten Personen und die alarmierenden Behörden und Organisationen entstehen keine Kosten, so Stefan Greiber. „Wichtig ist uns, den Betroffenen zu helfen. Deshalb wollen wir die Hemmschwellen, uns zu alarmieren so niedrig wie möglich halten“, betont Dimiter Dikov. „Wir kommen lieber einmal mehr raus, als einmal zu wenig“, betont der Fachbereichsleiter.
