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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Havarie: Abgeordnete wollen Aufklärung

22.02.2018

Im Nordwesten Für die Seeleute an Bord der „Glory Amsterdam“ hat der Alltag wieder begonnen. Seit einer Woche sind sie wieder auf dem Meer – ihr Ziel ist die kolumbianische Hafenstadt Puerto Bolivar, wo sie Anfang März erwartet werden.

Ihr 225-Meter-Massengutfrachter war zuvor in Bremerhaven nach der spektakulären Havarie am 31. Oktober durchgesehen und repariert worden. Damals war der bei Helgoland auf Reede liegende Frachter während eines Sturms trotz ausgebrachter Anker frühmorgens ins Treiben geraten und am Abend am Strand vor Langeoog auf Grund gelaufen. Für die Schiffsbesatzung ist der Fall inzwischen erledigt, eine Episode im Logbuch. Doch während die Seeleute nach vorn schauen, geht der Blick vieler Küstenbewohner immer noch zurück. Fassungslos fragen sie sich, wie es passieren konnte, dass ein nicht übermäßig großer Frachter bei Windstärken unterhalb von Orkanstärken einen ganzen Tag lang auf die Küste zutreiben konnte und nicht am Stranden gehindert wurde. Viele Fragen richten sich an das Havariekommando in Cuxhaven. Weil dort darauf verwiesen wird, dass der gesamte Vorgang von der Bundesuntersuchungsstelle für Seeunfälle in Hamburg aufgearbeitet werde, suchen die besorgten Fragesteller neue Ansprechpartner.

So schrieb die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN), in der Gemeinden und Landkreise der Nordseeküste sowie Naturschutzverbände zusammenarbeiten, den Bundesverkehrsminister an und forderte eine zügige Aufarbeitung des dramatischen Vorgangs. Auch im Niedersächsischen Landtag ist das Thema „Glory Amsterdam“ noch nicht zu den Akten gelegt. So haben jetzt vier FDP-Abgeordnete, unter ihnen der ehemalige Wirtschaftsminister Jörg Bode, eine Anfrage mit 30 Einzelpunkten an die Landesregierung gerichtet. Sie wollen wissen, wie sicher die Deutsche Bucht ist.

Die Abgeordneten beziehen sich dabei auch auf massive Expertenkritik an den Entscheidungen des Havariekommandos anlässlich der „Glory Amsterdam“-Havarie. So habe es viel zu lange gedauert, bis die Frachterbesatzung eine schifffahrtspolizeiliche Anordnung zur Annahme von Hilfe erhalten habe. Seit acht Uhr morgens war der Notschlepper „Nordic“ bei dem havarierten Frachter, dessen Kapitän zunächst Hilfe ablehnte und der durch sein weiteres Verhalten den Verdacht auslöste, die Schleppversuche der „Nordic“ zu sabotieren.

Als dann aus Cuxhaven angeordnet wurde, ein vierköpfiges Spezialisten-Team mit einem Hubschrauber vom Schlepper an Bord des Frachters zu bringen, sei ein Helikopter der Bundespolizei eingesetzt worden, der angesichts der Wind- und Wellensituation nicht in der Lage war, das Boarding-Team aufzunehmen. Das Angebot des Schlepper-Kapitäns, zur Übernahme des Boarding-Teams in den Windschatten der Küste zu fahren, um die „Glory Amsterdam“ schnell auf den Haken zu bekommen, sei vom Havariekommando abgelehnt worden. Stattdessen sei das Boarding-Team Ostsee in Warnemünde alarmiert und per Hubschrauber zum Einsatzort gebracht worden. Diese Verzögerung habe dann endgültig dazu geführt, dass ein Stranden des Frachters nicht mehr verhindert werden konnte.

Neben den Fragen zum Geschehen am 31. Oktober nehmen die Abgeordneten Äußerungen auf, mit denen sich Küstenkreise über die Uniform des Leiters des Havariekommandos lustig machen. Von „Fantasiekostüm mit extrem viel Lametta“, „admiralsähnlichen Dienstgradabzeichen“ und „uniformähnlicher Verkleidung“ ist da die Rede.

Deshalb fragen die Abgeordneten abschließend, in welchen Dienst- oder Bekleidungsvorschriften das Aussehen der Uniform des Leiters des Havariekommandos geregelt sei.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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