• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Mit „NoStalk“ können sich Stalking-Opfer wehren

21.06.2019

Im Nordwesten Schon wieder wartet der Ex-Freund vor dem Büro. Schon wieder hat die ehemalige Affäre die Autoreifen zerstochen. Schon wieder quillt die Mailbox über, weil der Ex-Partner 25 Mal in der Stunde anruft – und vulgärste Beschimpfungen auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Das alles sind Fälle von Stalking.

„Es gibt Menschen, die nach einer Trennung immer wieder beim Jugendamt anrufen und behaupten, dass beim Ex-Partner oder der Ex-Partnerin etwas nicht in Ordnung ist“, sagt Ferdinand Zuppke vom Weißen Ring in Oldenburg. Besteht eine Gefahr für die gemeinsamen Kinder? Das Jugendamt müsse diesen Hinweisen dann immer wieder nachgehen, obwohl sie nicht stimmen – und das Opfer wird diskreditiert.

Lesen Sie auch:Stalkingopfer im Nordwesten – „Ich will kein Mitleid – nur Sicherheit“

Stalking ist für die Opfer eine erhebliche Belastung, kann zu psychischen Erkrankungen führen – und ist nur schwer zu bekämpfen. Das Problem: Oft weiß das Opfer nicht, wie es die Taten beweisen soll. Das will der Weiße Ring nun ändern – mit der Tagebuch-App „NoStalk“. Sie soll Stalking-Opfern helfen, dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Auszeichnung für die „No Stalk“-Idee

Die Stalking-App der „Weißer Ring Stiftung“ wurde bei der Google.org Impact Challenge 2018 mit 250.000 Euro prämiert.

Ziel der App ist auch, das Thema Stalking weiter aus der gesellschaftlichen Tabuzone herauszuholen.

Schätzungen zufolge gibt es laut Weißer Ring 600.000 bis 800.000 Stalking-Fälle im Jahr. 80 Prozent der Stalker sind männlich und 80 Prozent der Opfer weiblich. Nur drei Prozent der Täter werden polizeilich erfasst, so der Weiße Ring.

Mit „NoStalk“ können Betroffene alle Stalking-Aktivitäten per Smartphone dokumentieren. Das können Fotos, Videos, Text- und Sprachnachrichten sein. Die App zeichnet auch Anrufe und Gespräche auf. Alle Daten werden mit einer Zeit- und Ortsangabe versehen und verschlüsselt in einer Cloud gespeichert. Weil die App die Taten unmittelbar dokumentiert, sind die Daten – anders als bei einem geschriebenen Stalking-Tagebuch – gerichtsfest.

Will ein Opfer Anzeige erstatten, kann es der Polizei die Daten direkt auf der Webseite zeigen oder eine von www.nostalk.de generierte pdf-Datei vorlegen. Zugriff auf die mit dem Smartphone gesammelten Daten hat nur der Nutzer der App. Die Cloud schützt vor dem Verlust der Daten, sollte zum Beispiel das Handy gestohlen oder beschädigt werden.

„Schon die Verwendung der App kann abschreckend für den Stalker sein“, weiß Ferdinand Zuppke. „Ich kann ihm klarmachen, dass ich alles über ihn gesammelt habe. So kann ich ihn eventuell schon von mir fernhalten.“ Neben der Dokumentations-Funktion gibt es in der App viele Informationen zum Thema Stalking und einen Notfall-Button, über den Opfer in einer Bedrohungslage schnell Hilfe holen können.

Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2155
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.