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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

So wütet Sturmtief „Burglind“ im Nordwesten

04.01.2018

Im Nordwesten Sturmtief „Burglind“ hat am Mittwoch mit orkanartigen Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde auch Niedersachsen heimgesucht.

Die Bahnverbindung zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven war am Abend ab ca. 18.10 Uhr unterbrochen. Ein Baum war in Oldenburg auf die Gleise gestürzt, wie die Polizei auf Nachfrage der NWZ bestätigte. Offiziell wurde die Strecke gegen 19.15 Uhr wieder freigegeben, teilte die Nordwest-Bahn mit. Doch bis in die späten Abendstunden mussten Reisende mit Verzögerungen oder Ausfällen rechnen, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte.

An der Nordseeküste blies es besonders heftig, Fähren fielen aus. So wurde in Cuxhaven die Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurückfliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel. Derzeit ist mit der „Funny Girl“ nur ein kleineres Schiff im Helgoland-Einsatz. Die größere Fähre „Helgoland“ war am Sonntag beim Anlegen beschädigt worden und liegt zur Reparatur in einer Werft.

„Burglind“ weht Fahrpläne der Fähren durcheinander

Auch auf Wangerooge wurden Urlaubspläne durcheinander gewirbelt. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Verbindungen vom und zum Festland aus, einige Gäste reisten früher ab. Je eine Abfahrt wurde von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und umgekehrt gestrichen. „Die Urlauber wussten aber seit Dienstag Bescheid und haben sich darauf eingestellt“, sagte eine Touristik-Sprecherin. Einschränkungen gab es zudem mit den Fähren nach Langeoog und Norderney. In der Region Hannover stürzte ein Baum auf die Bahngleise, zwischen Weetzen und Haste verkehrten deshalb vorübergehend Busse.

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In Oldenburg strapazierte „Burglind“ die Nerven einiger Verkehrsteilnehmer: Auf der Alexanderstraße wurde aufgrund der Böen ein Baum in Höhe des anliegenden Blumenhauses entwurzelt, auf der Ammerländer Heerstraße krachte es gleichermaßen an der Ecke Schützenweg. In beiden Fällen legten sich die Bäume quer über die Fahrbahn – in beiden Fällen räumten die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Straße auch wieder frei.

Weitere schwere Äste wurden am Küpkersweg, in der Bahnhofsallee und in der Klingenbergstraße herunter geblasen, an der A293 kippten überdies Zäune der Baustellenabsicherung um. Hüben wie drüben hätten wohl ein paar starke Hände zur weiteren freien Fahrt genügt, trotzdem wurde die Feuerwehr gerufen.

Sturm „Burglind“ fegt Laster von der B 437

Glück im Glück hatte der Fahrer eines Lkw auf der Bundesstraße 437 bei Jade. Wie die Polizei mitteilt, hatte eine starke Windböe den Lastwagen erfasst. Der Lkw-Fahrer war dadurch nicht mehr in der Lage, die Spur zu halten. Der Lastwagen kam von der Fahrbahn ab, raste an zwei Bäumen vorbei und rutschte dann halb in einen wasserführenden Graben. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Feuerwehr war vor Ort, um den Lkw zu sichern. Dieser droht komplett in den Wassergraben zu stürzen. Die Bundesstraße zwischen Schweiburg und Jade musste für die Bergungsarbeiten kurzfristig gesperrt werden.

Für die Ammerländer Feuerwehren standen am Mittwoch nur wenige Einsätze an. Auf der Raschenstraße in der Stadtgemeinde Westerstede waren zwei Bäume umgestürzt. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Garnholt zersägten die Stämme und räumten die sie von der Straße, auf der sich bereits der Verkehr staute. Im Ort Apen drohte ein Baum auf die Hauptstraße zu fallen. Hier war, wie Apens stellvertretender Gemeindebrandmeister Mario Borchers berichtete, die Aper Feuerwehr im Einsatz.

So geht es mit Sturmtief „Burglind“ weiter

„Bis Mitternacht ist vor allem an der Nordseeküste mit schweren Sturmböen zu rechnen, vereinzelt auch mit orkanartigen Böen“, sagte eine DWD-Meteorologin am Nachmittag in Hamburg. Dann werde „Burglind“ weiter Richtung Ostsee ziehen und sich dabei abschwächen.

Für Mittwoch und Donnerstag warnte der Landesbetrieb NLWKN im ostfriesischen Norden vor der Gefahr einer leichten Sturmflut. Dabei könnten Strände, ufernahe Gebiete und Hafenflächen überflutet werden. Das Nachthochwasser zum Donnerstag sollte bis zu 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasserstand liegen.