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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Gewittertief „Nadine“ wirbelt Verkehr durcheinander

11.08.2018

Im Nordwesten Mit orkanartigen Böen ist Gewittertief „Nadine“ am Donnerstag über Deutschland hinweggefegt. Mehrere Menschen wurden durch umgestürzte Bäume verletzt. Zentrale Strecken im Bahn-, Straßen-, und Flugverkehr waren betroffen.

Besonders heftig war der Sturm im Raum Hannover und an der Nordsee, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Freitagmorgen sagte. An der Küste seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern gemessen worden.

Auf mehreren Fernverkehrsverbindungen müssten Passagiere mit Verspätungen in Folge der Störungen rechnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitagmorgen. Demnach waren die ICE-Strecken Hamburg-Hannover, Bremen-Hamburg und Osnabrück-Löhne noch am Morgen gesperrt. „Wir rechnen damit, dass die Störungen gegen Mittag behoben sind“, sagte ein Bahnsprecher in Hamburg. In Schleswig-Holstein gab es am Morgen keine Störungen mehr. Auch im Regionalverkehr sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Für gestrandete Zugreisende stellte die Deutsche Bahn in der Nacht an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm/Westfalen, Hannover, Braunschweig und Berlin Aufenthaltszüge bereit. Außerhalb der betroffenen Region im Norden seien am Freitag allerdings keine Einschränkungen mehr zu erwarten, sagte der Sprecher.

Auch die Strecken des Bahnbetreibers Metronom waren von dem Unwetter betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Es könne aber weiterhin zu Verspätungen kommen. Die übrigen Strecken seien auch am Morgen noch teilweise gesperrt oder nur eingleisig befahrbar gewesen. Der Betreiber bat alle Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren.

Frühzeitig informieren

Auch die Strecken des Bahnbetreibers Metronom waren von dem Unwetter betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Am Freitagmorgen sei zumindest die Strecke des RE 2 (Göttingen-Hannover-Uelzen) wieder komplett freigegeben worden, sagte eine Sprecherin. Es könne aber weiterhin zu Verspätungen kommen. Die übrigen Strecken zwischen Uelzen, Hamburg und Bremen seien auch am Morgen noch teilweise gesperrt oder nur eingleisig befahrbar gewesen, das galt auch für die Verbindung Cuxhaven-Stade-Hamburg. „Es ist überall mit erheblichen Verspätungen zu rechnen, die Oberleitungen sind zum Teil durch umstürzende Bäume erheblich beschädigt“, sagte die Sprecherin. „Ersatzverkehr mit Bussen kann nicht überall eingerichtet werden.“ Der Betreiber bat alle Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren.

Die Strecken Hannover - Hamburg und Osnabrück - Hannover - Berlin sollen laut Deutsche Bahn am Mittag wieder freigegeben werden. Letztere wird bereits jetzt wieder eingleisig befahren. Auf den betroffenen Strecken sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. „Die Strecke Wolfsburg-Hannover wird noch voraussichtlich bis Montag gesperrt sein, die Züge werden über Braunschweig umgeleitet“, kündigte der Sprecher an.

Das Unwettertief war am Donnerstagabend über weite Teile Deutschlands hinweggezogen und hatte Chaos auf zahlreichen Bahn-Strecken verursacht. Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, hatte die Deutsche Bahn an mehreren Bahnhöfen Aufenthaltszüge bereitgestellt.

Deutsche Bahn: Informationen zur aktuellen Lage gibt es hier

Regionalbahnen: Informationen der Deutschen Bahn gibt es hier

Leck im Oldenburger Rathaus

Ein spektakulärer Wassereinbruch wurde am frühen Abend im Alten Rathaus in Oldenburg gemeldet, weswegen die Feuerwehr mit einem Einsatzfahrzeug samt Drehleiter anrückte. Vier Feuerwehrleute waren laut Angaben der Feuerwehr von 18.50 bis 19.30 Uhr im Einsatz. Sie mussten eine größere Menge Regenwasser abpumpen. Während die Natur draußen tobte und sich die Wassermassen ihren Weg ins Innere bahnten, tagte dort passenderweise gerade der Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima. Über das Ausmaß des Sachschadens wurde zunächst nichts bekannt.

CDU-Ratsherr Christoph Baak postete ein Video dazu auf Facebook und kommentierte: „Es regnet Sturzbäche in den Alten Sitzungssaal.“ Nicht nur dort war die Feuerwehr am Abend im Einsatz. „Blitzeinschlag, vollgelaufene Keller, alles dabei“, kommentierte der Schichtleiter der Großleitstelle auf Anfrage der NWZ mehrere Einsätze am Abend. Größere Schäden seien aber nicht zu verzeichnen, Menschen wurden nicht verletzt.

Oldenburg und Niedersachsen kommen glimpflich davon

Von größeren Schäden blieb Oldenburg jedoch verschont: Lediglich zehn Einsätze habe es in der Nacht im gesamten Oldenburger Stadtgebiet gegeben, bestätigte die Feuerwehr auf Nachfrage der NWZ. Fast immer seien umgekippte Bäume der Grund für den Einsatz gewesen, in einem Fall ist ein Keller vollgelaufen. Die Berufsfeuerwehr war im Einsatz, Freiwillige Feuerwehren mussten nicht ausrücken.

Niedersachsen und Bremen waren weitestgehend glimpflich davongekommen. Auf den Straßen sei aber mit Behinderungen zu rechnen, teilte die Feuerwehr am Freitag mit. Unzählige Bäume seien umgefallen.

Im Raum Uetze in der Region Hannover musste die Feuerwehr 50 Mal ausrücken. Bei einem Einsatz krachte ein großer Baum auf ein Wohnhaus und musste mit einem Kran vom Dach geholt werden. Im Kreis Osnabrück stürzten Bäume auf parkende Autos. In Peine riss der Sturm das Dach eines Supermarktes ab. Die Feuerwehr sammelte die Trümmerteile ein und sicherte das Gebäude vor weiteren Schäden. Größere Unwetter-Folgen im Flugverkehr gab es an den Airports Bremen und Hannover nicht. Lediglich einzelne Flüge landeten dort nicht.

70 Einsätze in Bremen

In Bremen wurden die Feuerwehr um 18.12 Uhr zum ersten Mal alarmiert. Ein großer Baum versperrte eine Straße in der Bremer Neustadt. Im gesamten Bremer Stadtgebiet folgten über die nächsten Stunden verteilt bis zu 70 ähnliche Einsätze. Bemerkenswert waren dabei ein Baum auf eine Oberleitung einer Bahn in Bremen Nord, eine abgerissene Stromleitung im Süden und ein umgestürztes Baugerüst in der Innenstadt, welches von der Wand einer Kirche in eine zu diesem Zeitpunkt menschenleere Fußgängerzone gefallen ist. Ein Baum kippte zudem auf ein fahrendes Auto. Ein Mensch wurde dabei durch umherfliegende Glassplitter leicht verletzt.

Verletzte Menschen gab es bei keinem dieser Einsätze. Aufgrund des Unwetters wurden jedoch auch in Bremen ein paar Personen leicht verletzt. Es waren alle sechs Wachen der Berufsfeuerwehr und acht Freiwillige Feuerwehren mit rund 150 Kräften im Einsatz. Aufgrund der Anzahl der Einsätze musste die Feuerwehr- und Rettungsleistelle zwischenzeitlich personell verstärkt werden. Um 21.15 Uhr waren die meisten Einsätze beendet.

Beruhigung zum Wochenende

Zum Wochenende dürfte sich das Wetter wieder beruhigen. Laut DWD ist die große Hitze dann zwar vorerst vorbei - sommerlich warm bleibt es trotzdem. Die Höchsttemperaturen sollen nach langer Zeit flächendeckend aber unter 30 Grad liegen. Hoch „Kevin“ bringt trockene Luft - außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Trotz der Gewitter ist die Trockenheit der letzten Wochen nach wie vor ein großes Problem. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es Schätzungen zufolge mehr als 100 Waldbrände. „Das sind ungewöhnlich viele“, sagte Michael Blaschke von Wald und Holz NRW am Donnerstag.

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