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Stammzellspende In acht Stunden ein Leben retten

Neerstedt - Acht Stunden still sitzen, um ein Menschenleben zu retten – für Maik Scheeland eine Prozedur, die er gerne auf sich genommen hat. Der 36-jährige Neerstedter half im vergangenen Jahr mit einer Stammzellspende einem anderen Menschen. Lebensnotwendige Hilfe, die auch die 56-jährige Elke Brunotte aus Neerstedt braucht. Sie hat Blutkrebs, nur eine Stammzellspende kann sie, wie berichtet, retten. Scheeland möchte mit seiner Geschichte dazu ermutigen, Brunotte zu helfen.

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Vor vier oder fünf Jahren, erzählt Scheelands Frau Sandra, habe sie sich ein Typisierungs-Set von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zukommen und sich sowie ihren Mann registrieren lassen. Einen besonderen Anlass, etwa ein Unglück im familiären Umfeld, habe es dafür nicht gegeben. Stammzellspende sei, auch durch das Internet, damals aktuell gewesen. „Da habe ich mich in das Thema reingelesen“, sagt Sandra Scheeland.

Im Frühjahr 2015 dann die Nachricht: Maik Scheeland könne für eine Person als Spender infrage kommen. Er habe erst einmal genauer hinschauen müssen, sagt Scheeland, als er die Benachrichtigung bekommen hat. Schließlich habe er nicht damit gerechnet, dass er nach so kurzer Zeit schon infrage kommt.

Nach Köln gefahren

Der Neerstedter musste zu seinem Hausarzt, ließ sich Blut abnehmen für einen letzten Check. Nach acht Wochen kam grünes Licht. Der 36-Jährige durfte spenden. Er musste nach Köln ins DKMS-Zentrum fahren, wo letztlich auch die Stammzellspende stattfinden sollte – zunächst, für eine weitere Voruntersuchung. Dort bekam er ein Mittel, das er sich acht Tage vor der Spende selbst spritzen musste. Das Mittel sorgt dafür, vereinfacht ausgedrückt, dass die Stammzellen sich vermehren und in Bewegung kommen.

Im August war es soweit: Mit Frau und Kind ging es wieder nach Köln. Hotel und Anfahrtskosten wurden dem Neerstedter erstattet. Der Empfänger brauchte viele Stammzellen – dementsprechend lange dauerte die Spende. „Am ersten Tag dauerte sie fünf Stunden, am zweiten drei“, erinnert sich Maik Scheeland. In jeweils einem Arm hatte der Neerstedter eine Nadel. Hieß für ihn: Still sitzen. „Das war etwas anstrengend“, gibt er zu. Immerhin gab es Möglichkeiten zum Zeitvertreib. Nebenbei konnte er mit anderen Spendern, zehn waren es am ersten Tag, Filme gucken.

Durch die eine Nadel ging das Blut raus, durch die andere wieder in den Körper rein. Dazwischen wurde es durch eine Zentrifuge geschleudert, um die Stammzellen herauszufiltern. Das geht mal schneller, mal langsamer. In der Regel, erklärt Scheeland, würden dafür fünf Stunden eingeplant.

Die Scheelands erfuhren schon kurz darauf: Der Patient, ein 56-jähriger Däne, habe die Stammzellen gut angenommen. Maik Scheeland würde sich eines Tages mit dem Mann treffen wollen. Nach zwei Jahren ist dies möglich.

Angesichts der Registrierungsaktion für Elke Brunotte am Sonntag, 18. Dezember, sagt er: „Es muss einem klar sein, dass es die letzte Chance für einen Patienten ist.“

Alles zum Thema Gesundheit im Nordwesten lesen Sie in unserem Gesundheits-Spezial.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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