IPWEGERMOOR - Die Freiwillige Feuerwehr Ipwegermoor wird sich im kommenden Jahr offenbar auflösen müssen. Das bestätigte Bürgermeister Dieter Decker am Donnerstagabend bei einem Kameradschaftsabend im Feuerwehrhaus am Nordermoordamm. „Die Nachfolge des Ortsbrandmeisters und die Stärke der Wehr sind nicht mehr gewährleistet“, sagte Decker.
Im Mai 2012 endet die sechsjährige Amtszeit von Fritz Krieger als Ortsbrandmeister in Ipwegermoor. „Eine Nachfolge zeichnet sich im Moment nicht ab“, berichtete der Bürgermeister. Die Stärke der Einheit sei nicht mehr ausreichend, um als schlagkräftige Wehr auftreten zu können.
Nach Angaben des Ortsbrandmeisters zählt die Wehr derzeit noch elf Aktive und sieben Alterskameraden. Auch drei Atemschutzträger gibt es in den Reihen der Einheit. Vor drei Jahren seien es jedoch noch sieben gewesen, so Krieger. Zu Spitzenzeiten habe die Wehr 25 aktive Kameraden gezählt. Die Wehr habe sich deshalb an die Gemeinde gewandt.
Decker bedauert den Schritt. Die Feuerwehr in Ipwegermoor sei immer ein Kristallisationspunkt für das Dorfleben gewesen. Die Einheit habe zahlreiche Veranstaltungen organisiert, auf den Kameradschaftsabenden wurden stets wichtige Neuigkeiten aus dem Ort ausgetauscht.
Der Bürgermeister verwies auch auf das Engagement der Kameraden. Sie hätten viel erledigt und sich mit großer Einsatzfreude an Baumaßnahmen beteiligt.
Was im Falle einer Auflösung der Einheit Ipwegermoor mit der Ausrüstung, den Fahrzeugen und dem Gebäude passieren wird, ist derzeit noch offen. Der Löschbezirk könnte unter den Einheiten Loy-Barghorn und Ipwege-Wahnbek aufgeteilt werden, sagte Kreisbrandmeister Johann Westendorf am Freitag aufNWZ
-Anfrage. All dies sei einvernehmlich mit den Kameraden aus Ipwegermoor geregelt worden, betonte der Kreisbrandmeister.Bereits jetzt werden im Notfall sowohl die Feuerwehr Loy-Barghorn als auch die Einheit Ipwegermoor alarmiert. „Die Wehren rücken immer zusammen aus“, sagte Westendorf.
Nach Angaben des Kreisbrandmeisters stellt die Auflösung einer Feuerwehreinheit ein Novum im Ammerland dar. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges habe es diesen Fall noch nie gegeben. „Wir haben immer 39 Einheiten im Ammerland gehabt“, berichtete Westendorf. Er bedauert es, nun eine Wehr verlieren zu müssen.
Bereits im April 1928 war in Ipwegermoor eine Pflichtfeuerwehr gegründet worden. Als Freiwillige Feuerwehr Ipwegermoor war die Einheit am 6. März 1949 aus der Taufe gehoben worden. Der Lehrer Adolf Hurrelmann wurde zum ersten Ortsbrandmeister gewählt.
