Oldenburg - Nach einer ihrer Einbruchstouren wurden Mitte November drei Männer, davon ein Heranwachsender aus Oldenburg, in Norden festgenommen. Sechs Taten auch in dieser Stadt hatten sie in der Folge gestanden. Ein Inhaftierter verriet überdies den Ablageort eines Tresors, den sie aus einer Grundschule in Papenburg entwendet und später entsorgt hatten: unter der A29, direkt in der Mühlenhunte nahe des Schwimmbads Olantis. Am Mittwoch schickte die Polizei zwei Taucher eben da hinein. Und was diese dort fanden, dürfte nun sicher auch viele Oldenburger interessieren.

NWZ, 23.02.2016: Taucher suchen gestohlenen Tresor

Neben den üblichen Funden bei solchen Einsätzen im Wasser – sieben Fahrräder (davon einige noch verschlossen und deshalb wohl auch aus Frust von den Dieben ins Wasser geworfen), ein Einkaufswagen, Bohrmaschine, Rollschuh und Bierkiste – fand sich hier auch eine dicke Tüte, voll mit Oldenburger Ausweisen, Scheckkarten, Uhren, Schmuck und nahezu vollständigen Portemonnaies. Komplett verschlammt und damit eigentlich unbrauchbar, auf den ersten Blick auch wertlos. Trotzdem sind sie Beleg für die Umtriebe mindestens eines Täters. Die Polizei wird nun die Funde auswerten und die rechtmäßigen Besitzer informieren. Bei den Rädern wird das aber schon mal nicht funktionieren: keines war registriert, keines als gestohlen gemeldet – für die Besitzer offenbar zu viel Aufwand angesichts der geringen Aufklärungsquote.

Just in dem Moment, als Einsatzleiter Eberhard Teuteberg seine Taucher Alexander Hespe und Heiko Hülsmeyer am Mittag aus der dreckigen Mühlenhunte beordern wollte, stießen diese noch auf einen weiteren Fund. „Zweiter Tresor“, vermeldete einer. Und den hatte hier nun wirklich niemand auf der Rechnung. Gut ein Dutzend Versuche, den klobigen Kasten zu fassen, schlugen fehl. Nur seine Spitze ragte aus dem tiefen Schlamm, gut eineinhalb Meter unter Wasser. Also wurde ein Kranwagen der Polizei geordert, die Sauerstoffflaschen gewechselt und die Brücke über die Mühlenhunte vorsorglich ob des unbekannten Fundes dicht gemacht – was Passanten aber nicht daran hinderte, die polizeilichen Absperrungen geflissentlich zu ignorieren. Letztlich, nach über dreistündigem Einsatz, konnten die Beamten den Tresor bergen. Was drin ist und wem er gehören könnte, wird nun ermittelt.