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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

14.02.2017

Oldenburg Die Spendenaffäre bei EWE hat juristische Folgen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt jetzt wegen des Verdachts auf Untreue gegen zwei Führungskräfte des Oldenburger Versorgungsunternehmens. Die EWE bestätigte entsprechende NWZ-Informationen, nach denen es dabei um Vorstandschef Matthias Brückmann und Vorstandsmitglied Michael Heidkamp handelt.

Es geht bei den Ermittlungen um die umstrittene Spende in Höhe von 253.000 Euro an die Stiftung der Boxer Vitali und Wladimir Klitschko im vergangenen Jahr. Brückmann wird vorgeworfen, die Überweisung „eigenmächtig“ veranlasst zu haben, Heidkamp soll die notwendige zweite Vorstandsunterschrift geleistet haben.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg erklärte am Montag, sie habe ein „Ermittlungsverfahren gegen zwei Hauptverantwortliche eines hiesigen Versorgungsunternehmens wegen des Anfangsverdachts der Untreue eingeleitet“. Es bestehe nach den bisherigen Ermittlungen „der Anfangsverdacht, dass die Spende aus dem Unternehmensvermögen in Widerspruch mit den konzerninternen Anweisungen zu Spendengewährungen und Sponsoring gestanden haben könnte“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Geprüft wird unter anderem, ob dem Unternehmen durch die Spende möglicherweise ein Schaden entstanden sein könnte. Brückmann hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, er werde wegen der „Irritationen“ um die Spende die Summe aus eigener Tasche erstatten.

Ein EWE-Sprecher teilte auf Nachfrage der NWZ  mit, dass das Unternehmen eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiere. Michael Heidkamp habe „seine vollumfängliche Unterstützung bei der Aufklärung zugesagt“, hieß es weiter. EWE-Chef Brückmann lässt sein Amt derzeit ruhen, nachdem das Präsidium des Aufsichtsrats in der vergangenen Woche wegen der Spendenaffäre seine sofortige Ablösung empfohlen hatte. Heidkamp hatte das Gremium hingegen das volle Vertrauen ausgesprochen.

Über die endgültige Entlassung von Brückmann entscheidet der Aufsichtsrat am 22. Februar. In der Sitzung soll auch über die Besetzung der vakanten Vorstandsposten beraten werden: Derzeit sind nur zwei Plätze besetzt, die Vorstandsarbeit teilen sich derzeit die verbliebenen Vorstände Heidkamp und Wolfgang Mücher, „gleichberechtigt“, wie sie vor wenigen Tagen in einer internen Ansprache vor Mitarbeitern sagten. Aus diesem Grund müssten alle Beschlüsse einstimmig getroffen werden - „was ja nicht von Nachteil sein muss“, wie es hieß.

In der Ansprache baten Heidkamp und Mücher die 9000 Konzern-Mitarbeiter, „in dieser Zeit“ eng zusammenzustehen. „Uns beiden ist sehr bewusst, dass alle Mitarbeiter im Konzern und insbesondere die Kolleginnen und Kollegen an den Kunden- und Öffentlichkeits-Schnittstellen in den vergangenen Tagen in ihrem beruflichen und privaten Umfeld sehr viel auszuhalten hatten“, sagten sie nach NWZ-Informationen. „Diese Phase wird auch noch etwas andauern, bis die negative Berichterstattung über EWE abebbt“, hieß es weiter.

Seit Montag sieht es allerdings nicht so aus, als würde schnell Ruhe einkehren bei der EWE.

Marco Seng
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2008
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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