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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Stolberg-Anwalt geht in die Offensive

21.07.2017

Bremen /Oldenburg Das war ein Paukenschlag, den Monika Schaefer, Vorsitzende Richterin im Bremer Beluga-Prozess, am Donnerstag verkündete. Mit mindestens dreieinhalb Jahren Gefängnis habe der angeklagte Ex-Reeder Niels Stolberg zu rechnen, wenn es zu einer vorzeitigen Verständigung zur Abkürzung des seit Januar 2016 andauernden Verfahrens komme.

Für den krebskranken Angeklagten und seine Verteidigung war das Ergebnis der gerichtlichen Zwischenberatung ein heftiger Schlag ins Kontor. Deutlich mehr als das eigene Ziel, das bei einer Haftstrafe von unter zwei Jahren liegt, weil es dann eine Strafaussetzung zur Bewährung geben kann. Bei dem vom Gericht anvisierten Strafrahmen von drei Jahren und sechs Monaten bis drei Jahre und neun Monate ist eine Bewährung nicht mehr möglich. Eine Haftstrafe dieser Größenordnung muss im Gefängnis abgesessen werden.

Mit der Einschätzung liegt das Gericht relativ nahe bei der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von mindestens vier Jahren als für Stolberg angemessen betrachtet hatte. Während der 56-Jährige den Gerichtssaal nach Verhandlungsende schnell verließ, machte sein Verteidiger sofort seine Enttäuschung deutlich. Das sei eine vollkommen „überzogene Vorstellung“, sagte er und fügte hinzu, dass es auf keinen Fall auf dieser Basis zu einer Verständigung kommen könne. Nur eine Bewährungsstrafe sei für seinen Mandanten angemessen.

Groß kündigte an, dass es nun ein hartes Ringen mit weiteren Beweiserhebungen in dem Mammutverfahren geben werde. Das bedeutet, dass ein Ende des Prozesses in weite Ferne gerückt ist. Denn auch die Gerichtsvorsitzende Schaefer hatte angedeutet, dass es in einigen Punkten möglicherweise zu weiteren Ermittlungen kommen müsse. Damit wird es wohl nicht mehr in diesem Jahr zu einem Abschluss des Prozesses kommen, zumal die einzelnen Verhandlungstage wegen Stolbergs Krebserkrankung jeweils nicht länger als eine Stunde dauern dürfen.

In dem Prozess um die Reederei-Pleite von 2011 müssen sich Stolberg und drei mitangeklagte ehemalige Beluga-Manager unter anderen wegen Kreditbetrugs, Untreue, Bilanzfälschung und Betrugs verantworten. Dabei zeichnet sich ab, dass die Mitangeklagten mit Bewährungsstrafen rechnen können. In dieser Frage sind sich Gericht, Anklage und Verteidigung einig.


Ein Spezial unter:   www.nwzonline.de/beluga-krise 
Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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Beluga | Staatsanwaltschaft

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