JEVER - 28 Brände haben die 87 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Jever im vergangenen Jahr bekämpft. Zusätzlich kamen 31 Hilfeleistungen und 58 andere Einsätze. Anhand der Zahlen wird eines deutlich: Das Einsatzspektrum verändert sich weiter von der klassischen Brandbekämpfung in Richtung Hilfeleistungen.

Das machte Stadtbrandmeister und Ortsbrandmeister Olaf Rieken auf der Hauptversammlung der Feuerwehr Stadt Jever, zu der auch die Clevernser Kameraden gehören, deutlich.

Neue Herausforderungen seien Anlagen für regenerativen Energien, wie ein Brand bei einer Biogasanlage zeigte. Unzureichende Wasserversorgung und schlechte Zuwegungen stellten die Feuerwehr vor Probleme. „Derzeit können viele Biogas- und Photovoltaikanlagen ohne besondere Auflagen errichtet werden“, so Rieken. Aus Sicht der Feuerwehr müssten die Auflagen dringend angepasst werden.

Probleme sah der Stadtbrandmeister bei der Nachwuchsgewinnung. „Die Jugendwehr hat in der Vergangenheit immer wieder die Personallücken aufgefüllt.“ Das werde künftig aber nicht ausreichen. Über neue Konzepte wie beispielsweise Kinderwehren oder besondere Anreize für das Ehrenamt müsse nachgedacht werden.

Insgesamt sei die Personalstärke konstant geblieben. „Dennoch stehen tagsüber immer weniger Einsatzkräfte zur Verfügung“, schränkte Rieken ein und lieferte somit gleich den Grund, warum die Alarm- und Ausrückordnung im vergangenen Jahr geändert wurde. Werktags werden nun immer beide Wehren in Jever und Cleverns alarmiert.

Nicht nur für Heinz Memmen von der Stadt Jever, der demnächst in den Ruhestand geht, sondern auch für Kreisbrandmeister Reinhard Oncken und seinen Stellvertreter Helmer Schönheim war es die letzte Versammlung in Jever. Die beiden legen ihre Ämter am 31. Mai aus Altersgründen nieder. Die Nachfolge treten Gerd Zunken und Olaf Janke an. Landrat Sven Ambrosy würdigte die langjährige Arbeit der beiden.

Ambrosy ehrte „120 Jahre Erfahrung im Löschwesen“: Jeweils für 40 Jahre wurden Ferdinand Boyungs, Hauke Mertens und Manni Schulz geehrt. Ein besondere Ehrung nahm Ortswehrleiter Steffen Schneider aus Zerbst vor. Er ehrte den ehemaligen Ortsbrandmeister Franz Polter, der die Partnerschaft mit den Zerbster Kameraden ins Leben gerufen hat.

Oncken berichtete kurz über das Feuerwehrmuseum, das in Kürze mit dem Oldenburgischen Feuerwehrverband fusionieren wird. Und ein letztes Mal beförderte er Gunda Burmann zur Hauptlöschmeisterin und Sabine Stratmann zur Löschmeisterin. Rieken wurde zum Oberbrandmeister ernannt.

Grußworte gab es auch vom stv. Bürgermeister Jan-Edo Albers. Er berichtete von den Planungen der Stadt, einen Mannschaftswagen und neue Hallentore für die Feuerwache Milchstraße anzuschaffen.

Von der Landesbrandkasse gab es mehrere Schecks: 325 Euro gingen an die Stadtfeuerwehr, 250 Euro an die Jugendfeuerwehr und 125 Euro an die Ortswehr Cleverns.