Jever - „Ein Besuch bei uns wird garantiert nie langweilig“: Dieter Vahlenkamp, Abteilungsleiter Feuerwehrmuseum im Oldenburgischen Feuerwehrverband, weiß um die Attraktivität des Museums an der Florianstraße. Nach viermonatiger Winterpause samt Frühjahrsputz hat das vor 14 Jahren eröffnete Feuerwehrmuseum ab diesem Donnerstag, 1. März, wieder geöffnet.
„Feuerwehr ist schließlich keine neue Erfindung, Brandbekämpfung gab es schon vor mehr als 200 Jahren“, sagt Jevers früherer Stadtbrandmeister und Museums-Kassenwart Helmer Schönheim. Wie die Bürger sich damals halfen, das kann man im Feuerwehrmuseum erahnen: Zum Beispiel anhand der Handdruckspritze von 1792, die einst als Löschgerät auf Schloss Gödens diente und nun ins Museum umgezogen ist.
Viel über die Entwicklung der Feuerwehr erzählen die Uniformen und Ausrüstungsgegenstände: Strahlrohre, Atemschutzgeräte und -Masken zeigen, wie früher und heute Feuer gelöscht wurden. Tragkraftspritzen, die älteste von 1938, und das alte Löschgruppenfahrzeug aus Waddewarden dokumentieren die Motorisierung der Feuerwehren im Jeverland.
Das LF 16 von 1958 der Feuerwehr Jever ist ein Hingucker in der Fahrzeughalle. Liebevoll restauriert, scheint das Löschfahrzeug auf seinen nächsten Einsatz zu warten. Und es rückt auch heute noch aus: Das Museum bietet Fahrten mit dem Oldtimer an – so manches Hochzeitspaar fuhr damit schon ins Glück.
Das Museum informiert nicht nur über Technik, es ist auch Spiegelbild der Zeit- Kultur- und Sozialgeschichte. Ein historisches „Schmuckstück“ ist die Handdruckspritze von 1896. Sie gehört zu den Exponaten, die die Akademie für Brand- und Katastrophenschutz Loy ans Museum abgab. 50 historische Feuerwehrhelme aus der Sammlung von Hans Schröder, früher Lehrer in Loy, stehen gesichert hinter Glas in der Ausstellungshalle.
Bis Ende Oktober ist das einzige Feuerwehrmuseum im Nordwesten nun geöffnet. „Im letzten Jahr hatten wir rund 3000 Besucher, Tendenz steigend“, erzählt Dieter Vahlenkamp. Für Schulklassen, Kindergärten oder andere Gruppen bietet das Museum Sonderführungen an.
Für die knapp über 15 Aktiven hört die Arbeit nie auf. Sie wollen nun aus den in 100 Kartons verpackten Einzelteilen eine Atemschutzwerkstatt aus den 30er Jahren aufbauen. Dafür muss ein Fahrzeug anderweitig untergebracht werden. „Wir benötigen weitere Helfer“, sagt Vahlenkamp.
