JEVER - JEVER/KIH - Einen Großeinsatz hatten die Freiwilligen Feuerwehren am Sonnabendnachmittag im Gewerbegebiet am Bullhamm in Jever zu bewältigen. Ein Linienbus war mit einem Gefahrgut-Container, der Wasserstoffperoxid geladen hatte, zusammengestoßen. Als erstes trafen 35 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Jever mit ihren fünf Einsatzfahrzeugen am Unfallort ein und sondierten die Lage.

Zeitgleich vor Ort war ein Rettungswagen. Der Tank des Kesselwagenaufliegers war durch den Zusammenstoß an einigen Stellen leck geschlagen. Im Linienbus saßen zahlreiche Personen, die nach ersten Vermutungen mit dem Gefahrgut kontaminiert waren.

Doch was auf den ersten Blick nach einem echten Einsatz aussah, stellte sich zum Glück schnell als Großübung heraus. Für alle Beteiligten war schnell klar, dass es sich um eine Übung handelte. Zur weiteren Unterstützung wurde die Ortswehr Cleverns, der Rettungsdienst Friesland und der Gefahrengutzug des Landkreises Friesland zur Unglücksstelle gerufen.

19 Verletzte galt es aus dem Bus zu befreien und zu versorgen. Darunter auch vier Feuerwehrleute, die während des Einsatzes ihr Bewusstsein verloren hatten. Neben dem Rettungsdienst Friesland mit drei Einsatzwagen kam auch das DRK mit vier Rettungswagen zu Hilfe. Insgesamt waren an der Großübung rund 130 Helfer beteiligt.

Es war die erste Übung in dieser Größenordnung. „Das Bedürfnis, eine solche Übung zu machen, war bei allen Verantwortlichen schon länger da“, berichtete Ortsbrandmeister Hans-Hermann Specht. Es bedürfe allerdings einer längeren Vorbereitungszeit bis eine solche Großübung stehe. „Man kann immer nur den groben Ablauf planen und nicht bis ins kleinste Detail“, erläuterte Specht. In der Realität spiele sich ein solches Szenario vermutlich anders ab.

Die Verantwortlichen zeigten sich recht zufrieden mit dem Übungseinsatz. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rettungseinheiten habe gut funktioniert, sagte Specht.

Auch Franz Polter, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Jever, war zufrieden: „Wir haben bisher noch nie mit so viel Verletzten eine Übung durchgeführt, das war für beide Ortswehren neu.“ Eine detaillierte Manöverkritik wird in den nächsten Tagen vorgenommen.