Jeverland - Der DRK-Kreisverband Jeverland hat hoch motivierte Helfer. „Aber ohne Geld geht es nicht.“ Geschäftsführer Carl-Martin Köhler sprach am Donnerstag bei der Kreisversammlung die Misere des Verbands deutlich an: Aktuell hat das DRK Jeverland 999 Mitglieder – 2015 waren es noch 1300. Die älteren Fördermitglieder sterben weg, jüngere rücken als Förderer nicht nach. „Und damit fehlen uns Mittel, die wir dringend brauchen, um alles zu finanzieren“, so Köhler.
Insbesondere die so genannten Vorhaltekosten explodieren: Das DRK Jeverland unterhält drei Bereitschaften in Jever, Schortens und Sande – Hauptaufgaben sind der Katastrophenschutz, Unterstützung der Rettungsdienste und der Sanitätsdienst. So haben die Bereitschaften die „Spitzenabdeckung“ übernommen. Heißt: Wann immer die Rettungswagen des Rettungsdienstes Friesland alle unterwegs im Einsatz sind und ein weiterer Notruf eingeht, fahren die Ehrenamtlichen der DRK-Bereitschaften los, um zu helfen.
Auf 93 Einsätze kamen die DRK-Bereitschaften 2018 – darunter der schwere Unfall mit vielen Verletzten auf der B 210 bei Jever und der Brand im Nordwest-Krankenhaus. In diesem Jahr rückten die Bereitschaften zum Brand im Wiki-Haus Hooksiel aus und zum Brand des Seniorenheims in Varel: Beide Male ging es darum, die Bewohner zu betreuen und in Übergangsunterkünfte zu transportieren. „Beide Einsätze dauerten die ganze Nacht“, berichtet Hans Stümer.
Beide Male ging es zusätzlich darum, dem Rettungsdienst Friesland den Rücken für andere Notfälle freizuhalten.
Und dazu muss das DRK Gebäude, Spezial-Fahrzeuge und medizinisches Gerät vorhalten, sagt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Folkers: „Wir stellen Qualität, die sonst nicht üblich ist“, betont er. Doch das kostet eine Menge Geld, denn Material und medizinisches Gerät müssen regelmäßig gewartet, geprüft und ersetzt werden.
61 000 Euro brachte das DRK Jeverland für seine drei Bereitschaften mit zehn Fahrzeugen 2017 auf, 43 000 Euro für 2018 – „das muss aus dem laufenden Betrieb finanziert werden“, sagt Schatzmeister Hans Stümer. Und das wird immer schwieriger.
Der DRK-Kreisverband hat sich deshalb an den Landkreis gewandt, berichtet Geschäftsführer Köhler: Dort mache man sich nun Gedanken über die künftige Finanzierung des Katastrophenschutzes.
Parallel dazu macht sich der Vorstand Gedanken über die Werbung von Fördermitgliedern: Man hofft, etwa durch das erweiterte Angebot des DRK für weltweit medizinische Beratung und Rückholung aus dem Ausland durch den DRK-Flugdienst neue Mitglieder zu gewinnen.
