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Plage Käfer machen Rasen zu schaffen

Petersdorf - Vor etwa drei Wochen hatten die Verantwortlichen des SV Petersdorf die Bescherung entdeckt: Zwischen den Fußballplätzen färbte sich der Rasen braun, die Grasnarbe konnte so abgezogen werden. Bei der Recherche sei man auf eine mögliche Ursache gestoßen, berichtet Edgar Deeken, erster Vorsitzender des SV Petersdorf: Engerlinge. Vermutlich, so Deeken, haben Junikäfer ihre Larven, die so genannten Engerlinge, auf dem Platz abgelegt. Diese graben sich in den Boden und fressen die Graswurzeln. Auch der Rasen auf Privatgrundstücken in Petersdorf ist betroffen.

Regelrechte Plage

Von einer regelrechten Plage spricht die Landwirtschaftskammer. Die Häufung trete in Wellenbewegungen auf, die Gründe dafür, warum nach diesem Sommer wieder vermehrt Junikäfer und Engerlinge die Rasen zerstörten, seien nicht bekannt. Gegen die Engerlinge – so werden die Larven der Gattung der Blatthornkäfer, zu der auch Maikäfer zählen, bezeichnet – der Junikäfer „haben wir nichts in der Hand“, sagt Dr. Thomas Brand, Referent für Pflanzenschutz im Gartenbau bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Insektizide seien gänzlich verboten. Früher habe es Ausnahmegenehmigungen für Insektizide gegeben, so Brand, aber die würde es jetzt nicht mehr geben.

Häufig bliebe nur, den gesamten Rasen mehrfach zu fräsen und neu anzulegen. Aber selbst dass sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr anzuraten, dafür ist der Sommer die bessere Jahreszeit. Denn die Larven, die durch die Fräse an die Oberfläche gelangen, verenden durch das UV-Licht. Das Übrige verrichteten Vögel wie Krähen – „ein Leckerbissen für die“, sagt Brand. Aber selbst dann habe man keine Gewähr, dass die Junikäfer nicht im nächsten Jahr zurückkommen, denn die erinnern sich häufig an den Ort, an dem sie geschlüpft sind.

Der Junikäfer ist mit 14 bis 18 Millimetern Größe deutlich kleiner als der Maikäfer und deutlich heller, zudem fehlt ihm die für den Maikäfer typische Muster der weißen Zacken entlang der Seiten. Er hat einen Lebenszyklus von zwei bis drei, manchmal sogar vier Jahren.

Nematoden

Keine Wirkung zeigen beim Junikäfer die sogenannten Nematoden. Diese Fadenwürmer werden etwa bei Befall von Gartenlaubkäfern eingesetzt. Sie werden in den Boden eingebracht, dringen über Körperöffnungen in die Larven ein und zerstören diese. Doch dafür benötigen sie eine Mindestbodentemperatur von 12 Grad.

Bei Frost graben sich die Engerlinge tief in den Boden ein. Zudem sei die Sonneneinstrahlung nicht mehr so stark wie im Sommer, das Fräsen sei deutlich weniger wirksam.

Schutzgewebe einlegen

Ein Mittel bei der Neuanlage des Rasens sei es, ein Rasenschutzgewebe einzuarbeiten, berichtet Brand. Die Wanderungsbewegung der Larven würde eingedämmt, die Tiere könnten sich zudem nicht mehr vermehren.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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