KAMPERFEHN/SATERLAND - Elena Schefer aus dem Saterland schlägt die 41-Jährige als Frau des Jahres vor. Mit ihrem beherzten Eingreifen rettete sie das Leben ihrer Schwester Anna.
Von Hans-Carl Bokelmann
KAMPERFEHN/SATERLAND - Den 2. September 2006 wird Christa Battram nicht vergessen. Die 41-Jährige aus Kamperfehn befuhr morgens gegen 8.20 Uhr mit einem Auto des Saterlander Pflegedienstes die Ostermoorstraße zwischen Strücklingen und Ramsloh, als ihr ein silberfarbenes Autos entgegenkam, das vor ihr aus der Kurve getragen wurde, gerade noch an ihrem Dienstwagen vorbeifuhr, wenige Augenblicke später von der Straße abkam, gegen einen Baum prallte und dann in ein Maisfeld flog.„Die Szene geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich denke täglich an den Unfall“, sagt Christa Battram, die von Elena Schefer aus dem Saterland zur Frau des Jahres 2006 vorgeschlagen wird. „Mit ihrer schnellen Hilfe am Unfallort hat sie das Leben meiner Schwester Anna gerettet“, sagt die 29-Jährige.
Und tatsächlich, Christa Battram, einzige Unfallzeugin an der Ostermoorstraße zwischen Strücklingen und Ramsloh, alarmierte unverzüglich nach dem Unfall den Rettungsdienst. „Ich habe mit dem Diensthandy sofort die 112 gewählt, während zwei Männer, die von einem Hof zum Unfallwagen liefen, die Erstversorgung übernahmen.“
Die beiden Ersthelfer und Christa Battram bargen die verunfallte Anna Popoff und beförderten sie vorsichtig in die stabile Seitenlage. „Anna atmete schwer, war nicht bei Bewusstsein, hatte aber lediglich eine kleine Platzwunde über dem Auge“, erinnert sich Battram. Wenige Minuten später war der Rettungsdienst vor Ort. Schwere Gehirnverletzungen wurden diagnostiziert, der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 6“ angefordert, der Anna Popoff nach Oldenburg flog. Dort wurde die 27-jährige Friseurin behandelt, ehe sie im November ihre Rehabilitation in Bremen antrat.
Inzwischen ist Anna Popoff wieder zu Hause. „Es ist ein Wunder, dass der Genesungsprozess so gut und so zügig verlaufen ist. Unmittelbar nach dem Unfall wurde befürchtet, dass Anna in ein Dauerkoma fallen und schwerste Behinderungen davontragen könnte. Jetzt ist sie so weit hergestellt, dass sie hofft, schon bald wieder ihren Beruf ausüben zu könne“, sagt Elena Schefer, die den Einsatz Ersthelfer sehr zu schätzen weiß. „Alle Beteiligten sind professionell zu Werke gegangen. Perfekt, schließlich hat am Morgen des 2. September jede Minute gezählt.“
Inzwischen hat Christa Battram Anna Popoff bereits einen Besuch abgestattet. „Sie spricht völlig flüssig und macht einen sehr aufgeweckten Eindruck“, sagt Battram, die am 2. September nicht damit gerechnet hatte, dass der Unfall auf der Ostermoorstraße fast als Happy End ausgehen würde. Dass Christa Battram die Ostermoorstraße damals genau zur richtigen Zeit befuhr, ist übrigens einem Zufall zu verdanken. „Ich war eigentlich fünf Minuten zu spät dran, weil es bei einer zu versorgenden Patientin etwas zu lange gedauert hat“, erinnert sich Battram.
