Wardenburg - Zu einem Problemfall entwickelt sich die Wahl des Gemeindebrandmeisters in der Gemeinde Wardenburg. Die drei Ortsfeuerwehren Littel, Achternmeer und Wardenburg können sich nicht auf den einzigen Kandidaten, Noch-Amtsinhaber Herwig Grotelüschen aus Littel, einigen. Es besteht eine Patt-Situation.
Littel für eigenen Mann
Wie berichtet, müssen die drei Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter bei der Gemeinde ein Votum abgeben, ob sie mit dem Wahlvorschlag einverstanden sind. Dabei sind sie an das Votum ihrer jeweiligen Mitgliederversammlung gebunden. Die Feuerwehrmitglieder aus Littel entschieden sich für Grotelüschen, Achternmeer hatte sich seiner Stimme enthalten.
Somit wurde mit Spannung erwartet, wie sich die Ortsfeuerwehr Wardenburg entscheiden würde. Nach dem dritten Anlauf, eine mehrheitsfähige Mitgliederversammlung mit ordnungsgemäßer Ladung einzuberufen, saßen am Mittwoch vergangener Woche die Kameradinnen und Kameraden zusammen.
Über den Ausgang der Abstimmung wollte sich Ortsbrandmeister Stefan Buschmann auf Nachfrage der NWZ nicht äußern und verwies auf die Verwaltung. Aus dem Rathaus wurde mitgeteilt, dass das Votum aus der Ortswehr Wardenburg gegen Grotelüschen ausgefallen sei. „Die Gründe hierfür sind seitens der Verwaltung nicht bekannt“, heißt es. Bei der Vorschlagswahl Anfang des Jahres hatten die Wardenburger Grotelüschen noch unterstützt.
Diese Patt-Situation stellt den Gemeinderat, der die Amtszeit von Herwig Grotelüschen in der nächsten Sitzung am 17. August verlängern wollte, vor ein Problem. „Ohne die Mehrheit der Ortswehren kann der Kandidat nicht vom Rat gewählt werden“, macht Kreisbrandmeister Andreas Tangemann auf Nachfrage deutlich. Die Enthaltung aus Achternmeer könne nicht zugunsten Grotelüschens gewertet werden.
Der 57-Jährige selbst sieht die Situation gelassen: „Wardenburg hat seine Entscheidung nicht begründet, vorzuwerfen habe ich mir nichts.“ Erst, wenn die Bürgermeisterin sage, er solle das Amt nicht machen, würde er seine Bewerbung zurückziehen.
Nach der Feuerwehrsatzung der Gemeinde Wardenburg muss die Bürgermeisterin nach Absprache mit dem Kreisbrandmeister dem Rat einen eigenen Beschlussvorschlag unterbreiten, wenn es aus den Reihen der Feuerwehr keine Mehrheit für einen Kandidaten gibt. Nicht auszuschließen, dass ihr Kandidat Herwig Grotelüschen heißt.
„Noch nicht erlebt“
Warum Achternmeer kein eindeutiges Votum abgegeben hat, konnte Ortsbrandmeister Bernd Depner nicht erklären. „Ich denke, dass das ganze Wahlprozedere mit eine Rolle gespielt hat – das stört viele.“ Das sei schon einmal an anderer Stelle angeklungen.
Für Tangemann ist die Situation in Wardenburg eine neue: „Das habe ich in meinen 13 Jahren als Kreisbrandmeister noch nicht erlebt.“
Grotelüschens Amtszeit läuft Ende Juni aus. Sein Stellvertreter Maik Oliver Bäcker wird die Amtsgeschäfte ab 1. Juli vorerst übernehmen.
