Bösel - Aus einem Funkgerät krächzen metallische Stimmen durch die Holztür. Neben der Bank auf dem Flur vor den Büros von Polizeioberkommissar Heinz Block (61) und Polizeioberkommissar Johannes Millhahn warnen Broschüren vor Dieben, geben Autofahrern wichtige Tipps im Straßenverkehr und zur Verkehrssicherheit des Fahrrades. Heinz Block öffnet die Tür und gewährt der NWZ im Rahmen der Serie 24 Türen einen Einblick in die Arbeit.
Bösel ist längst kein Hort der Glückseligkeit, weiß der 61-jährige Block, der in der Polizeiwache in Bösel seit diesem Jahr seinen Dienst tut. Diebstähle, Körperverletzungen, Überfälle – die beiden Polizeibeamten müssen auch tätig werden, um zu helfen, Delikte, die außerhalb Bösels geschehen sind, aufzuklären. „Der Dieseldiebstahl beschäftigt uns hier schon sehr“, schildert der 61-Jährige, der im kommenden Jahr in Pension gehen wird. Gerade an Fahrzeugen, die im Bereich des Moores abgestellt seien, machten sich Diebe häufig zu schaffen. Fahrraddiebstähle seien keine Seltenheit – obwohl es derzeit ruhiger ist.
Dabei weiß Heinz Block auch schöne Anekdoten von hilfsbereiten Böselern zu erzählen: Ein mutmaßlicher Fahrraddiebstahl hat sich gerade durch die Initiative der Mutter eines Siebenjährigen und zweier Jungen gelöst: Der kleine Böseler hatte sein Mountainbike an der Sporthalle abgestellt, als er nach dem Sport zurückkam, war das Rad weg. Die Mutter hängte Zettel an mehreren Stellen in Bösel auf und suchte nach dem Rad – mit Erfolg: Zwei Jungen machten sich auf die Suche, fanden das Fahrrad in einem Gebüsch hinter dem Sportzentrum und brachten es zur Polizei. Die wiederum informierte den Siebenjährigen. „Die Jungs durften bei mir einmal kräftig in das Süßigkeitenglas greifen“, sagt Block mit einem Lächeln.
Gelegentlich kommen in der Polizeiwache in Bösel auch Haftbefehle an, die die Polizisten vollstrecken müssen. „Meistens versuchen die Leute, noch irgendwie zu bezahlen.“ Falls nicht, müssen die Betroffenen schon mal zur Justizvollzugsanstalt nach Oldenburg gebracht werden.
Präsenz zeigen – das sei auch in Bösel wichtig, sagt Heinz Block. Von daher sei es auch gut, dass die Polizeiwache seit 2003 direkt im Rathaus beheimatet sei. Der Streifenwagen parkt sofort sichtbar vor der Tür, wenn die Polizeistation besetzt ist. Und das ist montags bis freitags von 7.30 bis 16 Uhr der Fall.
