Ohmstede - Fassungslos blickt der Ohmsteder Pastor Holger de Buhr nach oben. Er mag es einfach nicht glauben, was er sieht: An der Kirchturmuhr fehlt der große Zeiger. Diebe haben das geschwungene Metallprofil abgebrochen und gestohlen. „Das ist für mich keine Bagatelle. Jetzt kommen wieder Kosten auf uns zu“, befürchtet de Buhr weitere Ausgaben für die Kirchengemeinde, die gerade ihre Kirche an der Rennplatzstraße für rund 870 000 Euro sanieren lässt.

Die erst am Montagmorgen entdeckte Tat spielte sich am Wochenende in 27 Metern Höhe ab. Zugeschlagen haben die offensichtlich schwindelfreien Täter vermutlich in der Nacht zu Sonntag. Anwohner wollen zwischen Mitternacht und 1.30 Uhr beobachtet haben, wie sich junge Männer an dem Baugerüst zu schaffen machten, das die Kirche seit Tagen umgibt. Möglicherweise waren die Diebe nicht nüchtern, als sie verbotenerweise auf das Gerüst stiegen. Vor dem Eingang der Kirche fand die Polizei die Scherben mehrerer Bierflaschen.

Die Kletterpartie auf dem 24 Meter hohen Gerüst hätte schwerwiegende Folgen haben können. „Das war lebensgefährlich. Denn das Gerüst ist noch gar nicht abgenommen“, berichtet Polizeisprecher Mathias Kutzner. Vom Gerüst aus – an dem am Montag weitergebaut wurde – müssen sich die Täter weitere drei Meter nach oben bis zum Zeiger der Uhr gehangelt haben.

Die Höhe des angerichteten Schadens steht noch nicht fest. „Die Firma, die sowohl die Glocken wie auch die Turmuhr wartet, muss es sich erst noch anschauen“, so de Buhr. Er hofft, dass die Täter den gestohlenen Zeiger wieder zurückbringen.

Die Uhr und die drei Glocken der 113 Jahre alten Kirche werden übrigens nächste Woche abgeschaltet. Durch die Bewegung der Glocken besteht nämlich die Gefahr, dass das Baugerüst in Schwingungen geraten könnte.