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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Prävention: Klärender Blick durch die Rauschbrille

16.02.2012

WILHELMSHAVEN Ein Spaziergang mit 1,5 Promille – im nüchternen Zustand: Die zwölfjährige Anastasia kann kaum geradeaus laufen und torkelt über die gestrichelte Linie auf dem Boden. Vor ihren Augen ist alles verschwommen. Ihre Schulfreundin Kyra muss ihr helfen, sonst würde Anastasia vermutlich nie das Ziel erreichen.

„Das ist ein komisches Gefühl“, sagt die Schülerin und nimmt die Rauschbrille ab, die Jugendlichen an diesem Tag deutlich die Augen öffnen soll: So sieht die Welt also aus. Im Vollrausch. Schon drei bis vier alkoholische Mixgetränke würden ausreichen, und das lehrreiche Spiel wäre ernst.

Das Experiment funktioniert und ist Teil des Mitmach-Parcours zum Thema Tabak und Alkohol der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Treffender Titel: „KlarSicht“. Das Präventionsprojekt gastierte zwei Tage im Pumpwerk. Insgesamt 300 Achtklässler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, der Franziskusschule, Marion-Dönhöff-Schule und Nogatschule nahmen teil.

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Das „KlarSicht“-Team sowie Mitarbeiter der Polizei und Stadtjugendpflege informierten an den einzelnen Stationen – „ohne erhobenen Zeigefinger und kluge Belehrungen“, betont Projektleiterin Tanja Hamschmidt. Die Schüler sollen spielerisch an das Thema herangeführt werden und sich interaktiv damit auseinandersetzen. „Dieses Wissen ist wichtig, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können.“

Wie wichtig diese Art der Prävention ist, zeigen Zahlen der BZgA: Rund ein Fünftel aller 14- bis 17-Jährigen trinken mindestens einmal im Monat bis zum Vollrausch. 15 Prozent aller Jugendlichen dieser Altersgruppe rauchen.

Die Fakten sprechen für sich. Zum Beispiel an der Parcours-Station „Nichts vernebelt“. Eine riesige Zigarettenschachtel ist dort zu sehen. Mit Glimmstängeln, die gut einen Meter lang sind. Mitarbeiter Jürgen Sellhoff fuchtelt mit einer Riesenzigarette herum, erklärt Inhaltsstoffe und Wirkung, berichtet über das Passivrauchen.

Dass der blaue Dunst ungesund ist, wissen Wolff-Peter (14), Julian (13) und Moritz (13). Die Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums stehen auf einem Teppich aus 5-Euro-Scheinen. Dieser soll verdeutlichen, wie viel Geld ein Raucher in einem Jahr ausgibt, wenn er eine Schachtel am Tag raucht: 1500 Euro. Die Schüler staunen nicht schlecht. „Ich kenne Schüler in unserem Alter, die schon mal geraucht haben“, sagt Julian, der an diesem Tag einiges dazulernt.

An einer weiteren Station diskutieren die Achtklässler auf der Pumpwerkbühne. Ein Schüler steckt durch Rauchen oder Alkohol in der Klemme. Was tun? Und vor der Bühne machen sich Schüler gerade Gedanken, was wohl in den leeren Flaschen war, die ohne Etikett auf dem Tisch stehen. Es geht um Mixgetränke, Bier und Schnaps.

Wilhelmshavens Jugendamtsleiter Carsten Feist, der unter anderem mit Sabine Gastmann aus dem Jugendhilfeausschuss und Stadtjugendpfleger Waldemar Strauch an der Veranstaltung teilnahm, lobte diese Art der Prävention. Das Jugendamt beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema.

Ein Beispiel sind die Alkoholtestkäufe mit minderjährigen Testkäufern, die immer noch viel zu oft mit alkoholischen Getränken durch die Kasse kommen. „Ziel muss sein, dass die Minderjährigen erst gar nicht auf die Idee kommen, in der Tankstelle oder im Supermarkt Alkohol zu kaufen.“

Prävention stoße aber auch an Grenzen, da Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist. „Keine Party ohne Alkohol – das wird von Erwachsenen und der Werbung vorgelebt“, so Feist. „Es geht um die Akzeptanz des Wortes Nein. Das müssen wir den Schülern frühzeitig vermitteln.“

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