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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Über 70 Menschen aus der Luft gerettet

31.07.2017

Köln Schock für mehr als 70 Fahrgäste bei der Seilbahnfahrt in luftiger Höhe über dem reißenden Rhein. Bei bestem Ausflugswetter am Sonntagnachmittag verkeilt sich eine der 32 Kabinen und macht damit eine Rückfahrt an den Drahtseilen unmöglich. Die Kölner Feuerwehr startete eine spektakuläre und in dem Ausmaß für sie noch nicht da gewesene Rettungsaktion. Da ein Großteil der Kabinen über dem Rhein festhing, mussten zahlreiche Fahrgäste aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden. Andere wurden über Drehleitern vom Ufer oder der Zoobrücke aus der beängstigenden Lage gerettet.

Knapp fünf Stunden nach dem plötzlichen Not-Stopp der Kölner Seilbahn konnten die Retter alle mehr als 70 Insassen aus den Kabinen in Sicherheit bringen. Ein Mann und eine schwangere Frau wurden leicht verletzt, sie hatten nach Angaben der Feuerwehr Kreislaufprobleme. Damit ging die Rettungsaktion auch dank zusätzlicher Einsatzkräfte aus anderen Städten wesentlich schneller als gedacht. Zunächst war Feuerwehr und die für die Seilbahn über den Rhein zuständigen Kölner Verkehrs-Betriebe von etwa 100 festsitzenden Fahrgästen ausgegangen.

„Sowas ist noch nie passiert“, sagte der Feuerwehr-Sprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste aber nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden damals auf ein Boot abgeseilt. Auch diesmal musste dieser Rettungsweg gewählt werden.

Bei der spektakulären Rettung festsitzender Seilbahn-Fahrgäste über dem reißenden Rhein bekamen die Rettungskräfte hundertfachen Applaus: Als eine Mutter mit ihrem Kind aus einer der Gondeln auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt wurde und beide sicher ankamen, applaudierten Zuschauer am Rheinufer spontan. Hunderte Menschen verfolgen das Geschehen am Sonntagnachmittag von dort aus.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) dankte den Einsatzkräften für die schnelle Rettung der Seilbahn-Passagiere. „Meine Gedanken waren bei den Kindern und Erwachsenen, die über viele Stunden mutig und geduldig ausharren mussten“, erklärte sie am Abend. Zuvor hatte sie den betroffenen Fahrgästen Mut zugesprochen. Sie sei froh, dass die Menschen hinterher psychologische Hilfe und Betreuung bekämen. Sie hofft, dass die eigentliche Ursache rasch gefunden und für die Zukunft als eine Fehlerquelle ausgeschlossen werden könne.

Am Großeinsatz waren deutlich mehr als 100 Feuerwehrleute und die für ihre Einsätze an Rettungsseilen bekannten Höhenretter beteiligt. Die Einsatzkräfte eilten nicht nur aus Köln zur defekten Seilbahn, sondern auch aus Düsseldorf, Dortmund, Aachen und dem Oberbergischen Kreis. Auch Mitarbeiter der RWE-Werksfeuerwehr waren dabei.

Laut einer Mitteilung der Stadt Köln hatte eine Gondel der Seilbahn beim Einfahren in die linksrheinische Bodenstation einen Not-Stopp ausgelöst, der dafür da ist, Schlimmeres zu verhindern. Zur eigentlichen Ursache des Notfall war zunächst nichts bekannt.

Die Kölner Seilbahn war das Wahrzeichen der Bundesgartenschau 1957. Zu den ersten Fahrgästen gehörte Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik. Sie gilt als eine der ersten Seilbahnen in Europa über einen Fluss. Die Fahrt in einer der geschlossenen und für vier Personen konzipierten Kabinen dauert sechs Minuten. Dabei wird eine Fahrstrecke von 930 Metern zurückgelegt. Die Kabinen queren nicht nur den Rhein, sondern schweben auch ein Stück über Zoobrücke und eine vielbefahrene Verkehrsader der Domstadt.

Die Seilbahn zwischen dem Rheinpark mit seinen weiten Grünflächen und dem Kölner Zoo kann bis zu 1600 Fahrgäste pro Stunde befördern. Sie bietet einen Blick auf den Dom und das Stadtpanorama aus der Vogelperspektive. Die Seilbahn ist eine Tochter der kommunalen Kölner Verkehrs-Betriebe AG.

Vor ein paar Jahren gab es schon einen Notfall: Im Herbst 2014 saß ein Familie vier Stunden in einer Gondel fest, weil ein Rad bei Sturm aus der Führung gesprungen war. Höhenretter seilten die Familie auf ein Boot im Rhein ab.

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