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WILDUNFÄLLE Pfeifton soll die Rehe stoppen

LANDKREIS/STEINLOGE - Die akustischen Wildwarnreflektoren kosten 80 Euro pro Stück. Gemeinde und Landkreis übernahmen die Finanzierung.

Von Klaus Derke

LANDKREIS/STEINLOGE - „Das Wild ist unwahrscheinlich sensibel, was das Hören angeht“, sagte gestern Kreisjägermeister Erich Kreye. Und deshalb setzt die Jägerschaft große Hoffnungen auf ein akustisches Wildwarnsystem, das Wildunfälle verringern soll. An der ehemaligen Bundesstraße 213 zwischen Steinloge und Ahlhorn wurde jetzt ein bislang einmaliges Pilotprojekt im Landkreis Oldenburg gestartet.

Insgesamt 18 akustische Wildwarnreflektoren werden in drei vom Wildwechsel besonders betroffenen Abschnitten der Gemeindestraße von den Jagdpächtern Kurt Martens und Nikolaus Rönnau an den Leitpfosten installiert. Diese Geräte reflektieren nicht nur das Licht der Scheinwerfer, sondern geben außerdem bei Lichtwechsel unterschiedliche akustische Signale von sich. „Der Pfeifton hält das Wild in vielen Fällen davon ab, die Straße zu überqueren“, so der Kreisjägermeister.

Auf dem betroffenen Abschnitt der ehemaligen Bundesstraße 213 hatte es im vergangenen Jahr bei 25 Wildunfällen gekracht. „Wir haben es hier sowohl mit Damwild als auch mit Reh- und Schwarzwild zu tun“, so Kreye. Er verwies gestern auf die drastisch steigende Zahl von Wildunfällen.

Im Jahr 2002 waren es noch 431 im Landkreis gewesen, im vergangenen Jahr knapp 650. Und die Dunkelziffer ist außerdem hoch. „Erstmalig waren auch Personenschäden zu beklagen. Acht Fahrzeugführer wurden verletzt“, wusste Kreye zu berichten. Allein am vergangenen Wochenende kam es im Kreisgebiet zu neun Wildunfällen.

Die Jägerschaft und der Landkreis beobachten das Geschehen auf den Straßen mit Sorge. Erst kürzlich wurden an besonders unfallträchtigen Strecken große, klappbare Warntafeln aufgestellt (die NWZ berichtete). Damit sollen die Autofahrer sensibilisiert werden.

Die akustischen Wildwarner sprechen hingegen das Wild an. „Im Gegensatz zum Duftzaun stellen sie aber für die Tiere keine dauerhafte Sperrzone dar, sondern schrecken sie nur in dem Moment ab, wenn sich ein Fahrzeug nähert“, meint Erich Kreye.

Die Gemeinde Großenkneten nahm das Anliegen der Jägerschaft laut Bürgermeister Volker Bernasko sehr ernst und stellte 1500 Euro für die Installation der 18 Wildwarner plus weiterer Reflektoren an ihrer Gemeindestraße bereit. Der Landkreis beteiligt sich mit 560 Euro, wie Landrat Frank Eger berichtete.

Ein akustischer Wildwarnreflektor kostet 80 Euro. Reflektoren ohne akustisches Signal, die schon längere Zeit im Einsatz sind, sind für sechs Euro zu haben.

Kleines Gerät schützt Mensch und Wild vor Unfällen

Akustische Wildwarnreflektoren

sollen Mensch und Tier wirksam vor den gefürchteten Unfällen schützen. Augen und Ohren der Tiere werden von dem kleinen Gerät angesprochen. Deshalb ist es nach Ansicht der Jäger sehr effektiv.

Das Gerät

steckt in einem schlagfesten und absolut wasserdichten Gehäuse und wird mit einer Solarzelle und einem kleinen Lautsprecher betrieben. Ein Fahrzeug, das sich bei Dämmerung oder in der Nacht nähert, löst durch das Licht der Scheinwerfer einen sich ändernden Pfeifton von etwa 1,5 Sekunden aus, der im Umkreis von 50 bis 100 Metern von den Tieren wahrgenommen wird. Der Ton schaltet sich danach für 30 Sekunden aus und kann danach erneut ausgelöst werden.

Die Haltbarkeit

des Geräts schätzt Kreisjägermeister Erich Kreye auf mindestens fünf Jahre. In anderen Regionen seien damit sehr gute Erfolge zur Reduzierung von Wildunfällen erzielt worden, sagte er.
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