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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Versorgung In Lauenau: Gemeinde geht während Hitzewelle Wasser aus

09.08.2020

Lauenau Wasserhahn auf – kein Tropfen mehr: Ein Alptraum ist für die Menschen in Lauenau im Landkreis Schaumburg am Wochenende bei heißestem Sommerwetter wahr geworden. Tankfahrzeuge der Feuerwehr fuhren am Samstag die Häuser an, um die Menschen mit sogenanntem Brauchwasser etwa für Toiletten zu versorgen, Trinkwasser mussten sie im Supermarkt kaufen.

Nachdem die Trinkwasserversorgung am Samstag zusammengebrochen war, entspannte sich die Lage einen Tag später. Die Lage sei beherrschbar und „sollte unspektakulär sein“, sagte Georg Hudalla, parteiloser Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, zu der Lauenau gehört, am Sonntag. Über Nacht habe sich der Speicher ein Stück aufgefüllt – wenn auch „nicht in dem Maße wie erhofft“.

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Dennoch ging Hudalla davon aus, dass das Wasserwerk die Versorgung allein mit Trinkwasser „locker leisten“ kann: „Der Wasserbehälter wird über den Tag kommen.“ Bei der sonstigen Nutzung sehe das anders aus. Entscheidend für ihn: Die rund 4000 Menschen in Lauenau hätten schon am Samstagnachmittag auf die Wasserknappheit reagiert, der Verbrauch sei um zwei Drittel gesunken.

Der Gemeinde war das Wasser nach den warmen und trockenen Tagen ausgegangen, am Samstagmittag lief der Wasserspeicher leer. Das Problem: In der Corona-Pandemie seien die Menschen überwiegend daheim geblieben, statt in den Urlaub zu fahren, daher sei der private Wasserverbrauch stark gestiegen, erklärte der Bürgermeister. Die Feuerwehr stelle weiterhin Wasser etwa für die Toilettenspülung bereit, dass sich die Menschen abholen könnten. Tankfahrzeuge sollten zunächst nicht mehr eingesetzt werden.

Wieder eine heiße Woche

Allerdings bleibt das Wetter wohl heiß: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigte eine heiße Woche mit Temperaturen jenseits der 30 Grad und viel Sonne an. Während am Sonntag wieder Höchstwerte von um die 36 Grad vor allem in Südniedersachsen erreicht werden sollten, werde es sich am Montag vielerorts abkühlen - aber nur ganz leicht, nämlich um etwa zwei Grad. Bis zu einem Wetterumschwung werde es wohl bis zum Ende der Woche dauern, sagte ein Meteorologe.

Das erschwert die Versorgung in Orten wie Lauenau. Denn die dortige Wasserversorgung speise sich aus drei oberflächlichen Quellen im Deister, einem Mittelgebirgszug, erklärte Hudalla. Der Vorteil: Das Wasser sei sehr sauber und nitratfrei. Der Nachteil: Die Quellen reagieren schnell auf das Wetter, in diesem Fall die Trockenheit.

Für die Region Hannover gab der Energieversorger Enercity Entwarnung bei der Trinkwasserversorgung. Das Unternehmen fördere Grundwasser aus 30 Metern Tiefe, sagte ein Sprecher. Bei der Nutzung des Grundwassers als Hauptversorgungsquelle gebe es zwar Schwankungen, aber der Vorrat versiege nicht. Zusätzlich verfüge das Unternehmen über Speicher und Hochbehälter, um Spitzen, sogenannte „Gieß-Spitzen“, abzufangen, wenn die Menschen an heißen Tagen im Garten gießen. Dennoch beobachte Enercity die Wetterlage, um nicht an Kapazitätsgrenzen zu stoßen. Die entsprechenden Schwellenwerte eines Stufenplans seien noch nicht erreicht, das habe er auch nie erlebt. Im schlimmsten Fall müsste das Wasser zeitweise abgestellt werden.

Trinkwasserlage bleibt angespannt

Dennoch ist die Trinkwasserlage nicht nur im Landkreis Schaumburg angespannt. Auch der Wasserverband Garbsen-Neustadt rief zu sparsamem Verbrauch auf und warnte vor einer „Spitzenauslastung der Anlagen“. Alle Kunden sollten „wohldosiert“ Wasser verbrauchen. Neue Brunnen seien in Betrieb genommen worden, der Bau weiterer Brunnen sei geplant. Auch der Enercity-Sprecher forderte angesichts der Hitze-Jahre zu sorgsamem Umgang mit Wasser auf. Die niedersächsischen Landesforsten warnten vor der wachsenden Waldbrandgefahr.

Angesichts der hohen Temperaturen zog es viele Menschen am Wochenende an die Nordsee. Tausende kamen ins Strandbad Norddeich, auf die Ostfriesischen Inseln setzten schon in den vergangenen Tagen neben Urlaubern auch Tausende Tagesausflügler über – unter ihnen Touristen von Ferienorten auf dem Festland wie Greetsiel oder Norddeich. Die Reederei Norden-Frisia transportierte mitunter rund 5000 Menschen an einem Tag nach Norderney.

Trotz der Wasserknappheit habe es am Feuerwehrhaus, wo die Menschen das Brauchwasser abholen konnten, nur wenige Nachfragen gegeben, sagte der Lauenauer Bürgermeister. Offensichtlich hätten die Menschen beim Wasserverbrauch ihr Verhalten geändert.

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