Lemwerder - In der Gemeinde Lemwerder sorgen die Freiwilligen Feuerwehren Lemwerder, Altenesch und Bardewisch für den Brandschutz und nötige Hilfeleistungen. Die ehrenamtlich agierenden Mitglieder müssen dabei stets auf dem neusten Ausbildungsstand sein; gleiches soll auch für die Ausrüstung gelten. Aus diesem Grund haben Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag, die drei Ortsbrandmeister sowie ihre Stellvertreter das „Fahrzeug- und Gebäudekonzept 2022“ entwickelt, das Sondag am Donnerstag im Feuerwehrausschuss den Ratsmitgliedern vorstellte. Ziel sei es, die Ausstattung der Feuerwehren durch Investitionen in die Fahrzeuge und Liegenschaften bis 2022 zu verbessern.

Bei der Erstellung des Konzepts für den Bereich Fahrzeuge seien unter anderem das Alter, die Wirtschaftlichkeit und die Aufgaben ausschlaggebend gewesen, erklärte der Gemeindebrandmeister. Nach einer vorläufigen Schätzung der Feuerwehrführung müsste die Gemeinde hierfür bis 2022 insgesamt 768 000 Euro investieren.

Für 2014 sieht das Konzept die Neubeschaffung eines Wechselladerfahrzeugs (WLF) mit Kran für etwa 156 000 Euro für die Feuerwehr Lemwerder vor. Die Hochleistungspumpe der Ortswehr, die derzeit in einem Container auf dem WLF transportiert wird und vor allem bei Einsätzen auf Werften von einer Fähre auf der Weser zum Einsatz kommt, soll auf einen Anhänger umgerüstet werden. Dieser soll in Altenesch stationiert werden, weil diese Ortswehr schwerpunktmäßig mit der Wasserförderung betraut ist. Der Anhänger wird von einem Mannschaftstransportfahrzeug gezogen und zum Einsatzort gebracht. Kostenpunkt für den Umbau: maximal 25 000 Euro. Mit diesen für dieses Jahr geplanten Neubeschaffungen und Umrüstungen werde die Feuerwehr flexibler und schneller. Die Trennung von WLF und Hochleistungspumpe erspare das Abladen der Pumpe vom WLF auf die Fähre, so dass das WLF direkt zum Brandort fahren könnten, so Sondag.

In 2015 sollen dann auch die alten Mannschaftstransportfahrzeuge der Ortswehren Lemwerder und Altenesch ausgetauscht werden. Die Neubeschaffung kostet insgesamt 90 000 Euro. In einem dritten Schritt soll dann bis 2018 bzw. 2022 das Löschfahrzeug der Ortswehr Lemwerder (130 000 Euro) durch ein kleineres, wendigeres Löschfahrzeug ersetzt sowie das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (262 000 Euro) und der Mannschaftstransporter (45 000 Euro) in Bardewisch ausgetauscht werden.

Für das Gebäudekonzept legte Sondag am Donnerstag noch keine geschätzten Zahlen vor. Bürgermeisterin Regina Neuke sagte dazu, dass sich Fahrzeug- und Gebäudekonzept gegenseitig bedingen. Erst wenn feststehe, welche Fahrzeuge genau beschafft würden, sei auch klar, welche baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssten.

In Bardewisch und Lemwerder fehlten Parkplätze, wurde ausgeführt. Zudem müsse die Zufahrt zu den Parkplätzen so gestaltet sein, dass sich Zivil- und Feuerwehrfahrzeuge im Falle eines Einsatzes nicht behinderten. Das Feuerwehrhaus müsse umgebaut werden, um getrennte Umkleiden für Männer und Frauen außerhalb der Fahrzeughalle zur Verfügung zu stellen.

Auch die räumliche Trennung, zum Beispiel durch eine Schmutzschleuse, von kontaminierter Einsatzkleidung und privater Kleidung müsse möglich sein. Wünschenswert wäre auch ein Raum für die Jugendfeuerwehr. „Ohne die kann eine Freiwillige Feuerwehr nämlich nicht überleben“, sagte Sondag.