LEMWERDER - Eigentlich ist der hellbraune Weimaraner Thor mit seinen sechs Monaten noch ein Junghund.
Seit rund drei Monaten jedoch trainieren er und sein Frauchen Janett Schröder schon bei der Lemwerderaner Rettungshundestaffel. Im Alter von acht Wochen kam der hübsche Rüde zu seinem Frauchen nach Lemwerder. Janett Schröder hat sich bewusst für diese Rasse entschieden und fand es eine spannende Herausforderung, das Tier nicht einfach nur zu trainieren, sondern auch etwas Sinnvolles mit ihm leisten zu können. Es ist der erste Hund, den die 27-Jährige ausbilden lässt. Ein Flächen- und Trümmerhund soll aus ihm werden.
Das ist keine leichte Aufgabe und erfordert sehr viel Zeit. Es gibt verschiedene Arten von Rettungshunden: Flächen- und Trümmerhunde, Mantrailer oder Hunde für die Wasserortung. Am häufigsten sind Einsätze bei der Flächensuche. Dabei spüren die Vierbeiner selbst bei widrigsten Wetterverhältnissen oder Dunkelheit vermisste Personen im Gelände auf. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand kann eine Hundestaffel große Gebiete absuchen.
Um die Hunde an ihre Aufgaben heranzuführen wird zwei Mal die Woche geübt. Thor und sein Frauchen wohnen in unmittelbarer Nähe der Feuerwehr Lemwerder, wo die Staffel seit rund einem halben Jahr offiziell stationiert ist. Dienstags findet das Training dort statt. Am Wochenende fahren die Mitglieder jedoch häufig in verschiedenste Trainingsgelände, schließlich müssen die Hunde auf allen Gebieten fit sein und sollen sich nicht an einen Trainingsplatz gewöhnen.
Dieses Mal sind die Ehrenamtlichen Retter beim Ochtumsperrwerk im Gelände. Bernhard Horstmann, sonst Experte für die Wasserortung, ist Übungsleiter bei der Personensuche für die Jungtiere. Thor muss eine Person finden die fortläuft und sich dann hinter einem Baum versteckt. Durch Bellen soll er anzeigen, wenn er sie gefunden hat. Für sein junges Alter macht er das diszipliniert und schnell. „Beim Suchen setzt er sogar schon seine Nase ein“, freut sich Janett Schröder über die raschen Lernerfolge. Der Ton ist dabei immer ruhig und liebevoll und die Hunde werden mit unzähligen Wiederholungen, Geduld und so manchen Leckerchen an ihre Aufgaben geführt. „Bis zu drei Jahren kann eine Ausbildung dauern“, erklärt Thors Frauchen. „Und man weiß vorher nie, ob das Tier wirklich geeignet ist.“ Aber bei ihrem Thor muss sie sich darüber sicher keine Gedanken machen, denn der Hund zeigt sich äußerst brav und gelehrig.
