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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Keine Auffälligkeiten nach Feuer entdeckt

22.12.2018

Lingen Bei dem Feuer im Laborbereich der Brennelementefabrik Lingen im Emsland sind vor zwei Wochen keine radioaktiven Stoffe in die Umgebung ausgetreten. Die Untersuchungsergebnisse zeigten keine Auffälligkeiten, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Freitag mit. Der Brand im Laborbereich des Gebäudes der nuklearen Fertigung – außerhalb der Brennelementfertigung – wurde der Melde-Kategorie N 3.2.1 zugeordnet.

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Der Landesbetrieb NLWKN hatte nach dem Brand am 6. Dezember Boden-, Wasser- und Abluftproben genommen. Bei ausgetretenem Wasser blieben Urankonzentrationen unterhalb der Grenzwerte.

Die Untersuchung zur Ursache des Brandes ist noch nicht abgeschlossen. Bisher steht fest, dass sich durch einen Defekt an einer Verdampferheizung eine Tischplatte aus Kunststoff erwärmte und in Brand geriet. Dadurch stauten sich nach Angaben des Ministeriums Schwelgase in einer Abluftleitung des Verdampfers und das entstehende Gas-/Luftgemisch entzündete sich.

Das Werk im Emsland liefert Brennelemente mit Uran unter anderem an Reaktoren in belgischen Atomkraftwerken.

Initiativen fordern Konsequenzen

Weil es bereits in der Vergangenheit innerhalb weniger Wochen zwei meldepflichtige Ereignisse gab, fordern Bürgerinitiativen weiter die Stilllegung des Betriebs. Unter anderem erneuerte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kurz nach dem Vorfall seine Forderung nach einer sofortigen Stilllegung der Anlage. Die Landesregierung in Hannover dürfe nicht wieder mit Beschwichtigungen reagieren, erklärte BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz dazu. „Der Schutz der Bevölkerung muss oberste Priorität haben.“

Der Verband erklärte, die Landesregierung habe in der Vergangenheit nicht angemessen gehandelt, obwohl es immer wieder zu Pannen und Störanfällen gekommen sei. Der Betrieb der Anlage sei nicht mehr hinnehmbar, kritisierten die Umweltschützer.

Der BBU bezieht sich mit seiner Forderung auf zwei Ereignisse, die das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde Anfang November und Anfang Dezember – kurz vor dem Brand – mitgeteilt hatte. Beide Ereignisse hatten demnach „keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“.

Zunächst hatte sich in der Trockenkonversionsanlage, einem Teil der Fertigungsstraße in der Brennelementefabrik, Feuchtigkeit angesammelt. Nach Angaben des Betreibers war die Feuchtigkeit durch eine Fehlfunktion in der Wasserdampfversorgung verursacht worden. Die fehlerhaften Komponenten seien nach einer umfänglichen Kontrolle der Wasserdampfversorgung ausgetauscht worden, hieß es in der Mitteilung.

Bei dem zweiten Ereignis geht es um Risse an einem Reaktionsbehälter in der Trockenkonversionsanlage. Diese seien bei einer Routinekontrolle mit Hilfe von Ultraschall festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Mit bloßem Auge seien die beiden Risse in einer Ummantelung innerhalb der Fertigungsanlage nicht erkennbar, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Der betroffene Anlagenteil werde repariert und sei so lange außer Betrieb, sagte die Sprecherin.

Sondersitzung gefordert

Die Landtagsfraktion der Grünen beantragte unterdessen eine Sondersitzung des Umweltausschusses zu den Ursachen des Brandes. „Ein Störfall folgt dem nächsten. Was muss eigentlich noch passieren, bis Land und Bund auf die Risiken des Atombetriebs reagieren?“, so die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte, die auch atompolitische Sprecherin der Grünen ist. Der Atomausstieg müsse endlich auch auf die Brennelementefabrik Lingen und die Urananreicherung in Gronau ausgeweitet werden, so die Politikern.

Weiter heißt es: „Wenn die Ursachen für den Brand nicht restlos geklärt sind, darf die Brennelementefabrik keinesfalls wieder in Betrieb gehen. Bundes- und Landesregierung müssen alle bestehenden rechtlichen Mittel nutzen, um die Atom-Anlage Lingen endgültig stillzulegen. Solche Einsätze sind der Bevölkerung und den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten und den weiteren Einsatzkräften nicht mehr zuzumuten.“ Auch der atompolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke, Hubertus Zdebel, fordert eine Aufklärung des Falls und die Schließung der Anlage.

Christian Ahlers Redakteur / Online-Redaktion
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