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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Führte Explosion zu Brand in Lingener Brennelementefabrik?

12.12.2018

Lingen Ungeplant entstandener Wasserstoff soll den Brand in der Brennelementefabrik Lingen am vergangenen Donnerstagabend ausgelöst haben. Das sagte ein Vertreter des niedersächsischen Umweltministeriums am Dienstag bei einer von den Grünen beantragten Unterrichtung im niedersächsischen Landtag. Demnach sollen in einem Labor im nuklearen Teil der Anlage etwa 55 Liter Wasserstoff in einer großen Stichflamme verbrannt sein.

Wasserstoff soll unbemerkt entstanden sein

Der Wasserstoff könnte demnach zuvor unbemerkt bei einer unerwarteten chemischen Reaktion bei der Verdampfung von uranhaltigem Wasser entstanden sein: Dieses sei mit Natronlauge versetzt, die Verdampferpfanne sei mit Aluminium eingehaust gewesen. Was passiert, wenn beide Stoffe zusammenkommen und miteinander reagieren, ist aus der Knallgasprobe im Chemieunterricht weithin bekannt: Es entsteht Wasserstoff, der in Verbindung mit Sauerstoff in der Luft ein hochexplosives Gemisch bildet: Dieses soll am Donnerstagabend gegen 19:32 Uhr plötzlich in einer explosionsartigen Stichflamme mit anschließendem Feuer aufgegangen sein.

Uranhaltiges Wasser ausgelaufen

Menschen waren zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht mehr in dem Raum. Wohl zum Glück, denn Bilder des Umweltministeriums zeigen ein weitgehend zerstörtes und verrußtes Labor: Leitungen mit uranhaltigem Wasser wurden demnach aus den Verankerungen gerissen und verbrannten – insgesamt soll bei dem Vorfall ein Kubikmeter uranhaltiges Wasser ausgelaufen sein. Zudem könnten zum Zeitpunkt des Unglücks bis zu 150 Gramm Uran in der Verdampferschale gelegen haben.

Ministerium zieht Proben

Eine Kontamination hat es aber anscheinend nicht gegeben: Das Wasser sei wieder aufgenommen worden, Filter hätten ein Austreten des Urans in die Umgebung voraussichtlich verhindert. Das Umweltministerium hat Proben an Filtern und im Boden der Umgebung gezogen. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorliegen.

Staudte will Stilllegung

Noch steht die These der Wasserstoffexplosion unter Vorbehalt: „Wir sind nicht am Ende der Untersuchungen“, sagte der Ministeriumsmitarbeiter. Die Grünen forderten Aufklärung, warum zunächst von einem kleinen Brand von 40 mal 40 Zentimetern im nicht-nuklearen Teil der Anlage berichtet worden sei. „Wie stellt man sicher, dass alle Betroffenen zeitnah informiert werden?“, fragte die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte. Die Partei wiederholte die Forderung nach der Stilllegung der Anlage.

Fühner lobt Einsatz

Der CDU-Abgeordnete Christian Fühner mahnte, den Experten und den Messungen vor Ort zu vertrauen und den Menschen „nicht unnötig Angst“ zu machen. Der Einsatz sei sehr gut gelaufen. „Wir sind alle froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagte der Parlamentarier aus Lingen. Er kritisierte allerdings, dass die Feuerwehr im Emsland seit Auflösung der Einheit in Bawinkel über keinen eigenen ABC-Zug verfüge.

Am Mittwoch will sich in Berlin der Fachausschuss des Bundestags mit dem Feuer in der Brennelementefabrik befassen.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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