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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Mega-Prozess verzögert sich

09.06.2017

Oldenburg /Delmenhorst Dem Klinikmörder Niels Högel kann in diesem Jahr wohl nicht mehr der Prozess gemacht werden: Der ehemalige Krankenpfleger hat gegenüber der Polizei zugegeben, Patienten nicht nur mit den bisher bekannten Mitteln getötet zu haben, sondern auch mit einem weiteren Medikament. Nun muss die Soko „Kardio“ ihre Ermittlungen, die eigentlich im Juni abgeschlossen werden sollten, noch einmal ausweiten.

Nach NWZ-Informationen soll es sich bei dem Medikament um ein Herzmittel handeln. Ein anderes Herzmedikament, Gilurytmal, gilt auch bislang als Haupttatwaffe Högels. Darüber hinaus soll der heute 40-Jährige Menschen mit dem Betablocker Sotalex und mit Kalium getötet haben.

Für die Sonderkommission bedeutet das, dass die Ermittler jetzt erneut sämtliche Krankenakten auswerten und ergänzende Sachverständigengutachten einholen müssen. Weitere Exhumierungen werde es aber wohl nicht geben, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Presse­erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Högel habe den Einsatz des weiteren Herzmittels in einer Vernehmung gestanden, heißt es in der Erklärung weiter. Nach Informationen der NWZhat die Polizei Högel rund ein halbes Dutzend Mal verhört.

Wie viele Menschen durch dieses Medikament ums Leben gekommen sein könnten, wollten die Behörden noch nicht mitteilen. Aus Polizeikreisen war nur zu hören, dass sich die Ermittlungen auf die Kliniken Oldenburg und Delmenhorst beschränken.

Durch die neue Spur ist der Zeitplan der Ermittler durcheinander geraten. Die Soko rechnet nun damit, Ende August 2017 abschließende Ergebnisse vorlegen zu können. „Wir hoffen, dann noch in diesem Jahr die Anklage auf den Weg zu bringen“, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Martin Koziolek auf Nachfrage der NWZ. Einen Prozess wird es dann aber wohl erst 2018 geben.

Die Soko „Kardio“ hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits mehr als 200 Verdachtsfälle überprüft. Högel selbst hat bisher 30 Patiententötungen und 60 Tötungsversuche gestanden. In früheren Verfahren wurde er bereits in sechs Fällen unter anderem wegen Mordes verurteilt. Der gebürtige Wilhelmshavener verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in Oldenburg.


Mehr zum Thema:   www.nwz online.de/krankenpfleger-prozess 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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Polizei | Staatsanwaltschaft | Delmenhorst

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