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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Verkehrsgerichtstag: Mehr Probleme durch aggressive Fahrer

21.01.2013

Goslar Privater Ärger, Stress, Zeitnot: Für aggressives Verhalten im Straßenverkehr gibt es viele Auslöser, sagt Cathrin von der Heide vom Automobilclub AvD. Die Folgen sind oft schwerwiegend. „Aggressive Fahrweise ist die Ursache für rund ein Drittel der Verkehrsunfälle mit Todesopfern“, gibt der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) an. Experten machen sich zunehmend Sorgen über die Wüteriche am Lenkrand. „Aggression im Straßenverkehr“ ist deshalb ein zentrales Thema beim 51. Deutschen Verkehrsgerichtstag (VGT), der in dieser Woche in Goslar stattfindet.

Viele Autofahrer seien überzeugt, dass die Aggression auf den Straßen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, berichtet ADAC-Sprecherin Katharina Bauer. Vor allem auf Autobahnen werde gerast, gedrängelt und gepöbelt.

Eine Ursache sei der massive Zeitdruck mit Arbeitsverdichtung und psychischen Belastungen, meint Rainer Hillgärtner vom Automobilclub ACE. „Als Reaktion darauf lassen die Leute hinterm Steuer dann ihren ganzen Frust raus. Sie werden wortwörtlich rasend aggressiv.“

Dazu könne indirekt auch das Navigationsgerät führen, glaubt Hillgärtner. „Wenn der vom Navi berechnete Zeitaufwand für eine Strecke sich durch Verkehrsbehinderungen vergrößert, versuchen viele Fahrer durch riskante Raserei, die verlorene Zeit wieder reinzuholen.“

Auch eine Überregulierung im Straßenverkehr – etwa als unsinnig empfundene Tempolimits auf Autobahnen – reize so manchen Fahrer. Das Ego spielt ebenfalls eine Rolle: Wer sich über sein Auto definiere, neige zu aggressivem Verhalten im Straßenverkehr, sagt Karl-Friedrich Voss vom Vorstand des Bundesverbandes niedergelassener Verkehrspsychologen. Das Auto sei für sie eine Art Kompensationsmittel, für fehlende Erfolge in anderen Bereichen.

Aggressives Fahren ist allerdings teuer: Beleidigung, Nötigung mit Lichthupe, Schneiden oder Rasen können mit Fahrverboten und hohen Geldstrafen geahndet werden. Schärfere Sanktionen sind nach Ansicht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) daher nicht erforderlich. Experten sehen das Problem eher darin, dass aggressive Fahrer nur selten erwischt werden. Der ADAC macht sich deshalb für mehr Kontrollen stark.

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