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Ohv-Frauengruppe „Meistens reicht die Zeit nicht“

Karsten Kolloge

Ganderkesee - Wenn Wolfgang Schröter zum Vortrag kommt, kann er sich der Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sicher sein. „Eine bis eineinhalb Stunden“ dauere sein Beitrag normalerweise, „aber meistens reicht die Zeit nicht“. Das liegt am Thema: Der Kriminalhauptkommissar von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch gibt Tipps, wie man sich gegen Betrug und Diebstahl wappnen kann. Am Mittwoch war er bei der Frauengruppe des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee.

„Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ heißt im Amtsdeutsch, worüber der Beauftragte für Kriminalprävention sprach. Da ging es um Tricks an der Haustür, windige Geschäftemacher, Handtaschenraub, Gefahren im Internet, auch um den „Enkeltrick“. „Über den Einfallsreichtum der Täter muss man sich manchmal wundern“, sagte Schröter. „Perfide“ nannte er die Taten – zumal viele der Opfer hilflos seien.

Typischer Fall

Ein „Renner“ seien die Tricks an der Haustür, erläuterte Schröter im Gespräch mit der NWZ . Typischer Fall: „Es klingelt, der Mann an der Tür sagt, er komme vom Wasserwerk, da stimme etwas nicht mit der Wasseruhr.“ Wenig später fragt der Mann nach der Toilette. Doch in einem Moment, da die Wohnungsinhaberin nach dem Essen auf dem Herd sieht, verlässt er das WC, sucht gezielt nach Wertgegenständen – „und verschwindet mit 200 Euro aus der Handtasche“.

Schröters Rat: „Keinen reinlassen, von dem ich nicht weiß, dass es ein Guter ist.“ Oft könne man sich aufs Bauchgefühl verlassen. Damit niemand die Tür aufdrücken kann, empfahl der Kriminalhauptkommissar eine „Spaltsperre“. Wenn der Unbekannte nicht gehe, „gibt es die 110, dafür sind wir dann da“.

Gerade ältere Menschen seien zur Höflichkeit erzogen, sagte Schröder. Das machten sich Täter zunutze.

Eindringlich appellierte der Referent, sich nach entsprechenden Vorfällen bei der Polizei zu melden – auch dann, wenn nichts gestohlen wurde. Für die Polizei sei die Personenbeschreibung wichtig. „Viele Opfer melden sich aus Scham nicht, weil sie reingefallen sind“, weiß Schröter. In solchen Fällen seien es mitunter Freunde und Verwandte, die durch gutes Zureden erreichen, dass der Vorfall doch angezeigt wird.

Beratung bei der Polizei

Der Kriminalhauptkommissar wies darauf hin, dass weitergehende Informationen und Tipps bei der Beratungsstelle der Polizei in Delmenhorst, Marktstr. 6-7, t   04221/155 93 05, erhältlich seien. Darüber hinaus gebe es Informationen im Internet unter

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