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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Lage leicht entspannt – aber kein Ende in Sicht

24.09.2018

Meppen Nach dem Brand in einem Moor auf einem Bundeswehrgelände im Emsland ist ein Ende der Löscharbeiten noch nicht in Sicht. Vor Ort sei die Lage aber entspannt, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Montag. „Wir haben jetzt die vierte ruhige Nacht in Folge erlebt.“ Die oberirdischen Feuer seien durch die Löscharbeiten und den Regen mittlerweile erloschen, allerdings gebe es noch unzählige unterirdische Glutnester. Die Bilder einer Wärmebildkamera würden weiter ausgewertet. An diesem Montag beschäftigt sich der Umweltausschuss des Landtages in Hannover mit dem aktuellen Stand der Löscharbeiten.

Lesen Sie in unserem Spezial alle Artikel über den Moorbrand

Der am Freitag vom Landkreis ausgerufene Katastrophenfall dauert an. „Es gibt keine Prognose, wie lange noch“, betonte der Sprecher. Mit Evakuierungen von Ortschaften nahe dem Gelände sei derzeit aber nicht mehr zu rechnen. Die Bundeswehr teilte mit, dass die Lage „weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle“ seien. Der Regen verhindere Rauchentwicklungen. Am Sonntag kämpften der Bundeswehr zufolge mehr als 1300 Einsatzkräfte gegen die Feuer.

Der Moorbrand schwelt seit rund drei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Kampfhubschrauber des Typs Tiger aus Raketen abgefeuert wurden. Nach Bundeswehrangaben hat der Brand zwischenzeitlich eine 800 Hektar große Fläche erfasst.

Hilfe aus dem Oldenburger Land

Feuerwehren, THW-Helfer und Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes aus dem gesamten Nordwesten waren am Wochenende beim Moorbrand im Einsatz.

Aus dem Oldenburger Land dabei waren u.a.: die Kreisfeuerwehrbereitschaft Cloppenburg mit 60 Einsatzkräften, aus dem Landkreis Oldenburg 150 Kräfte, 31 aus Delmenhorst, die Kreisfeuerwehrbereitschaft Ammerland mit vier Zügen, das THW Varel war mit acht Mann vor Ort.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte am Samstag die Region und räumte Fehler der Bundeswehr ein. Zudem entschuldigte sie sich bei Anwohnern. Von der Leyen betonte, die Bundeswehr wolle den Fall aufarbeiten und über die Ergebnisse auch mit den Menschen im Emsland sprechen.

Am Wochenende waren Feuerwehren aus ganz Nordwestniedersachsen im Einsatz. Die Bundeswehr bekämpfte den Brand zudem mit einem Tornado-Jet. Der Flieger sollte Wärmebildaufnahmen des Moorgebietes liefern, um Glutnester im Boden zu sichten. Die Bilder würden nun ausgewertet, hieß es am Sonntagnachmittag. Auch ein mobiler Einsatzwagen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) war wegen des Moorbrandes im Einsatz. Experten können darin genommene Proben direkt vor Ort auf giftige Brandrückstände analysieren.

Der Landkreis Emsland teilte am Samstag mit, Messungen hätten ergeben, dass „keine akute Gesundheitsgefährdung“ durch die Rauchentwicklung vor Ort bestehe. „Natürlich gibt es nach wie vor Geruchsbelästigungen, und auch die emotionale Belastung für die Anwohner vor Ort ist weiter hoch. Aber eine Grenzwertüberschreitung wurde nicht ermittelt“, betonte Landrat Reinhard Winter.

Der Fall beschäftigt derweil auch die Justiz: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen Unbekannt. Am Freitag wurde deshalb das Gelände durchsucht.

Die Bekämpfung eines Moorbrandes ist besonders schwierig, weil der Brand auch unter der Oberfläche wüten kann. Dass es bei Meppen überhaupt zu einem derart hartnäckigen Brand kommen konnte, hängt nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde damit zusammen, dass es sich um ein entwässertes Moor handelt. Dazu seien die oberen Torfschichten nach dem heißen und trockenen Sommer vollkommen ausgetrocknet.

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