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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Feuer bei Schießübung von „Airbus Helicopters“ ausgelöst

25.09.2018

Meppen Der Moorbrand auf einem Testgelände der Bundeswehr im Emsland ist bei einer Schießerprobung mit einem Hubschrauber von Airbus Helicopters entzündet worden. Dabei sei am 3. September ein Kampfhubschrauber Tiger eingesetzt gewesen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Montag. Er bestätigte damit einen Bericht des Militär-Blogs „Augengeradeaus“. Der Flug sei im Rahmen eines Bundeswehr-Auftrags durchgeführt worden.

Lesen Sie unser Spezial: Alles zum Moorbrand in Meppen

Der Feuer hat nach Einschätzung des Landesumweltministeriums in Hannover zu nachhaltigen Schäden für Umwelt und Tierwelt geführt. Wichtiger Lebensraum sei durch den noch immer nicht gelöschten Brand verloren gegangen, teilte das Ministerium am Montag im Umweltausschuss des niedersächsischen Landtages mit. Belastbare Schätzungen zur Höhe des ausgestoßenen Kohlendioxids seien noch nicht möglich.

Gesundheitlich relevante Grenzwerte seien nach bisherigen Messungen im Umfeld des Moores nicht überschritten worden, sagte der Referatsleiter für Brand- und Katastrophenschutz im Landesinnenministerium, Klaus Wickboldt. Als Hauptproblem bei dem Moorbrand bezeichnete der Referatsleiter die mangelhafte Koordination mit der Bundeswehr.

Wer bezahlt die Schäden?

Der großflächige Brand war nach Schießübungen Anfang September ausgebrochen. Sollte die Bundeswehr für das Entstehen des Brandes verantwortlich sein, könne sie zur Kompensation von Schäden herangezogen werden, sagte ein Zuständiger des Umweltministeriums in der Ausschusssitzung. Bislang ließen sich die Schäden aber nicht beziffern. Eine Frage sei auch, ob Fahrlässigkeit oder eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Moorbrand geführt haben.

Der Landkreis Emsland hatte am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen. Die Bekämpfung eines Moorbrandes ist besonders schwierig, weil das Feuer auch unter der Oberfläche wütet. Trotz Regens und Löscharbeiten schwelte der Brand am Montag weiter.

Die Bundeswehr setzt ihre Tornado-Aufklärungsflüge über dem brennenden Moor im Emsland fort. Der Flieger solle am Dienstag wieder starten, teilte ein Sprecher am Montag in Meppen mit. Schon am Wochenende gab es Aufklärungsflüge. Auch mit Hilfe von Drohnen wurden Aufnahmen des Geländes angefertigt. Die Bilder werden derzeit ausgewertet. Ziel sei es, eine genaue topographische Darstellung des Geländes zu bekommen, um gezielt die unterirdischen Glutnester löschen zu können.

„Auf der Oberfläche brennt gar nichts“, sagte der Sprecher. Das Problem bestehe darin, dass es im Moor auch wasserundurchlässige Schichten gebe und man daher geeignete Stellen zum Löschen suche.

Katastrophenalarm bleibt bestehen

Am Montag wurden kräftige und gewittrige Schauer erwartet. Die Lage sei derzeit stabil. Auch der Landkreis Emsland sah keine Lageänderung, sagte ein Sprecher. Der Katastrophenalarm solle aber vorerst nicht aufgehoben werden: „Die Situation, insbesondere für Stavern, ist entspannt. Die Witterungsbedingungen haben uns in die Karten gespielt.“ Aus Sorge vor einem Übergreifen des Brandes auf den benachbarten Ort Stavern hatte der Landkreis am Freitag den Katastrophenfall ausgerufen.

Wann der Katastrophenalarm aufgehoben werden könne, hänge wesentlich vom Verlauf der Löscharbeiten ab. Experten schließen nicht aus, dass es noch Monate dauern kann, bis der Schwelbrand gelöscht ist.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen (BUND) hat Strafanzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung, leichtfertiger Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen und Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete erstattet. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Osnabrück ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

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