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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Wie lange halten die tapferen Helfer das noch aus?

21.09.2018

Meppen Der Moorbrand auf dem Bundeswehrtestgelände in Meppen bringt die Einsatzkräfte an ihre Grenzen. Allein am Donnerstag waren mehr als 200 Soldaten, 400 Feuerwehrleute und 400 Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) zeitgleich im Emsland im Einsatz, um das inzwischen seit mehr als zwei Wochen brennende Feuer in dem Moorgebiet zumindest einzudämmen.

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Eine echte Herausforderung ist der Einsatz auch für das Technische Hilfswerk, das inzwischen sämtliche verfügbaren Einheiten aus dem Bereitstellungsraum 500 Nord (BR 500 Nord) nach Meppen beordert hat. Insgesamt waren allein am Donnerstag 400 THW-Kräfte aus allen fünf Bundesländern Norddeutschlands am Rande des Moores im Einsatz, um die Logistik für den Großeinsatz sicherzustellen. „Wir kümmern uns vor allem um die Wasserversorgung der Feuerwehren“, beschreibt THW-Sprecher Michael Schott die Aufgabe des Hilfswerkes. Zu diesem Zweck habe das THW unter anderem eine knapp sieben Kilometer lange Wasserleitung zum nächsten Fluss verlegt und 15 Hochleistungspumpen herangeschafft.

THW lobt Ehrenamtler

THW-Vizepräsident Gerd Friedsam, der am Dienstag zusammen mit Sabine Lackner, der THW-Landesbeauftragte für Bremen, Niedersachsen, in Meppen war, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, zeigte sich denn auch beeindruckt von der Leistung seiner Freiwilligentruppe. Im mobilen Lagezentrum des THW ließ er sich zusammen mit Lackner umfassend über die aktuelle Situation informieren und lobte anschließend ausdrücklich die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die im Moor „quasi aus dem Nichts heraus“ in kürzester Zeit einen Logistik-Stützpunkt aufgebaut hätten.

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Tatsächlich hat das THW zusätzlich zu den Anlagen zur Wasserversorgung am Wochenende am Rande des brennenden Moores auch noch eine große Zeltstadt aufgebaut, in der bis zu 370 Helfer gleichzeitig schlafen können. Genutzt werden die Betten zum Teil auch von den auswärtigen Feuerwehren, da die Bundeswehr auf dem Schießgelände selbst über keine Mannschaftsräume verfügt und geeignete Schlafplätze in der Umgebung knapp werden. Von Helfern vor Ort ist zu hören, dass die Einsatzkräfte zum Teil in Turnhallen einquartiert wurden. Welche Feuerwehr-Einheiten überhaupt im Einsatz sind und wie es um die Versorgung der Wehren vor Ort steht, war von der Bundeswehr am Donnerstag allerdings nicht zu erfahren.

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Zum Ausruhen haben die Helfer allerdings eh nicht viel Gelegenheit, denn im Moor wird noch immer rund um die Uhr gegen das Feuer gekämpft. „Unsere Leute arbeiten im Schichtdienst, das heißt, wir haben eine Tag- und eine Nachtschicht, die jeweils zwölf Stunden im Einsatz ist“, so Schott. Da manche Einsatzkräfte inzwischen schon seit einer Woche vor Ort sind, fange das THW nun an, diese Helfer nach und nach gegen frische Kräfte auszutauschen. „Wir brauchen ja schließlich auch in einer Woche wieder frische Leute“, sagt Schott, der von einer längeren Einsatzdauer ausgeht.

Gute Zusammenarbeit

Völlig unklar ist dabei, wie lange das THW diesen zeit- und personalintensiven Dienst mit Ehrenamtlern aufrechterhalten kann, von denen die weitaus meisten im normalen Leben einer geregelten Arbeit nachgehen. „Wir müssen bei der Planung auf die persönliche Verfügbarkeit Rücksicht nehmen“, räumt denn auch Schott ein, schließlich könne das THW die Ehrenamtler „nicht zum Dienst zwingen“.

Grafik zum Thema als PDF.

Ausdrücklich gelobt wird vom THW-Sprecher die Kommunikation mit der Einsatzleitung der Bundeswehr. Entgegen anderslautenden Meldungen sei die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren, dem THW und der Bundeswehr „hervorragend“, betont Schott. Dass manche Helfer vor Ort einen anderen Eindruck hätten, läge auch daran, dass sich die Weitergabe von Informationen wegen der schlechten Netzabdeckung und der Vielzahl der eingesetzten Einheiten „sehr schwierig“ gestalte.

Lesen Sie mehr zum Moorbrand in Meppen unter www.NWZonline.de/moorbrand-meppen

Jörg Jung
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2084

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