Meppen - Ärzte haben angesichts des Moorbrandes bei Meppen für eine Ausweitung der Schadstoffmessungen in angrenzenden Ortschaften plädiert. „Es wäre aus meiner Sicht wichtig, in Gemeinden nahe dem Brandherd die Schadstoffkonzentration zu messen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, sagte die Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann. Ihr seien bisher keine Messungen aus diesen Orten bekannt.

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums hat das Feuer auf dem Übungsgelände der Bundeswehr vorübergehend zu höheren Feinstaubwerten etwa in Süd-Oldenburg geführt. Dass die Messwerte bisher nicht deutlich verändert seien, könne daran liegen, dass die Messstationen nicht genau in der Abgasfahne liegen oder schon zu weit weg sind, erklärte die Expertin, die am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Düsseldorf forscht.

Am Freitag wurden weitere Messungen auf und in der Nähe des Testgeländes angeordnet. Weil die Bundeswehr als Brand-Verursacher keine entsprechende Anfrage gestellt habe, passiere das erst jetzt, sagte Landrat Reinhard Winter. Am Freitag rückte der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Leer aus, um eine Messstation in der Nähe von Stavern einzurichten. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage verschafft. Das Innenministerium hat unterdessen auf die Forderung der Gewerkschaft der Polizei nach umfassender Aufklärung über die Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit dem Moorbrand und einem Vermerk in den Personalakten der Polizeikräfte reagiert.