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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Was Sie über den Moorbrand wissen müssen

25.09.2018

Meppen 1443 Einsatzkräfte haben am Montag noch immer den Moorbrand auf der Wehrtechnischen Dienstelle bei Meppen bekämpft. „Ich bin überwältigt von dem Entgegenkommen der Menschen“, sagte Andreas Sagurna, Leiter des Zentrums Brandschutz der Bundeswehr am Montag im Kreistag. Sie würden die Helfer mit Kuchen und Würstchen versorgen und ihnen Präsente schenken.

Er gab den Kreistagsabgeordneten in der öffentlichen Sitzung in Meppen einen ausführlichen Bericht. „Die Lage ist in der vierten Nacht stabil.“ Es gebe keine oberirdischen Feuer mehr. An zwei Stellen auf der acht bis zwölf Quadratkilometer großen Brandfläche gebe es starke Rauchentwicklungen. Eine exakte Angabe zur Größe des Brandes wollte er nicht mehr abgeben. Auch Entwarnung ist noch längst nicht angesagt – der Katastrophenfall bleibt ausgerufen. Fragen und Antworten zum Feuer, das schon seit drei Wochen schwelt:

Wie lange können die Löscharbeiten andauern?
Wenn es nicht genug regnet, kann der Brand bei Meppen in Niedersachsen noch Wochen dauern. Die Regenfälle vom Wochenende haben die Situation nur leicht verbessert. Geholfen hat auch, dass zunächst starker Wind ausblieb. Er hätte das Feuer nochmals anfachen können. Die Bundeswehr setzt zudem neue Mittel ein, die das Löschen erleichtern sollen: Ein Tornado-Aufklärungsjet flog am Wochenende über das Gebiet. Mittels Infrarottechnik sollen die unterirdischen Brandnester so genau wie möglich lokalisiert werden.

NWZ-Spezial: Alle Informationen zum Moorbrand bei Meppen

Warum ist das Feuer so schwer zu löschen?
Wegen einer technischen Panne war eine Löschraupe nicht schnell genug einsatzfähig, was wertvolle Zeit kostete. Das eigentliche Problem ist aber, dass es sich um einen unterirdischen Schwelbrand im Torf handelt, der bis zu acht Meter tief reichen kann. Außerdem ist es ein entwässertes Moor – und nach dem heißen Sommer völlig trocken. Die Helfer versuchen, die Brandnester durch ein Fluten der Fläche mit Wasser zu löschen. Dabei ergibt sich ein weiteres Problem: Die Fläche ist übersät mit Munitionsresten, was den Zugang zu den Brandarealen erschwert.

Wie kam es zu dem großen Feuer?
Der Moorbrand ist bei einer Schießerprobung mit einem Hubschrauber von Airbus Helicopters entzündet worden. Dabei sei am 3. September ein Kampfhubschrauber Tiger eingesetzt gewesen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Montag. Er bestätigte damit einen Bericht des Militär-Blogs „Augengeradeaus“. Der Flug sei im Rahmen eines Bundeswehr-Auftrags durchgeführt worden. Dabei geriet der Moorboden in Brand. Normalerweise löscht die Bundeswehr solche Feuer sofort mit Spezialfahrzeugen, die auf dem Moorboden fahren können. Eine Löschraupe fiel allerdings kurzfristig aus, die andere stand in der Werkstatt. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), sieht in dem Vorfall einen Hinweis auf große Mängel bei der Bundeswehr. Die Ausrüstung sei teils marode.

NWZ-Kommentar zur Bundeswehr: Katastrophal

Wer trägt die Schuld an dem Moorbrand?
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich bei den Anwohnern entschuldigt – und eingeräumt, dass der Brand nicht solche Ausmaße angenommen hätte, wenn die Bundeswehr früher um externe Hilfe gebeten hätte. Zudem sei es womöglich ein Fehler gewesen, die Rakete während der außergewöhnlichen Hitzeperiode zu testen. Behörden klären derzeit, ob sich jemand strafbar gemacht hat – die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt.

Sind Feuer und Rauch gefährlich für die Anwohner?
Mit Evakuierungen von Ortschaften wegen Funkenflugs wird derzeit nicht mehr gerechnet. Die angrenzenden Orte Stavern und Sögel waren aber zeitweise stark von Rauch betroffen. Mediziner haben vor Gesundheitsgefahren aufgrund des Rauchs und der Feinstaubbelastung gewarnt. Patienten mit Lungenerkrankung könnten Probleme bekommen. Auch das Risiko bei Herz-Kreislauf-Beschwerden steige. Inzwischen sind erste Luftmessungen erfolgt. Eine Überschreitung von Grenzwerten bei Kohlenmonoxid wurde bislang nicht ermittelt. Allerdings schwankt die Belastung wegen des wechselnden Windes sehr stark.

Video-Analsyse und Kommentar zum Moorbrand vom 21. September:

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