METJENDORF - Mit Hammer, Säge, Spaten, Kuhfuß, Wasserwaage, Zollstock und Arbeitshandschuhen bewaffnet haben 24 Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren in Metjendorf bei der Aktion „Bauspielplatz“ im Rahmen der Ferienpassaktion Häuser aus dem Boden gestampft – teilweise sogar mit Gardinen an den Fenstern. In zwei Gruppen arbeiteten sie vier Tage lang vormittags und nachmittags auf dem Außengelände des Jugend- und Begegnungshauses „Casa“ gleich an zwei Dörfern: „Wiefeldorf“ und „Metjenstede“. Am Donnerstag war das Werk vollbracht – und zur Belohnung gab es zum Abschluss noch eine Grillparty.

Es war der erste Bauspielplatz seit nunmehr 20 Jahren, den die Jugendpflege auf die Beine stellte. Jugendpfleger Carsten Eikers hatte damals im Rahmen seiner Ausbildung zum Sozialpädagogen ein Praktikum auf dem Bauspielplatz in Oldenburg-Eversten absolviert. Daraus war die Idee entstanden.

So hatten sich in dieser Woche Gruppen von drei bis vier Kinder zusammengetan, um ihr Haus zu bauen. Es musste auch selbst entworfen werden. „Da war Kooperation angesagt. Sprüche klopfen allein hätte da nicht viel gebracht“, sagt Carsten Eikers.

Erstaunlich für die Mitarbeiter der Jugendpflege war auch die Tatsache, dass offenbar viele Eltern mit Camcorder oder Fotoapparat gekommen waren, um die Werke ihrer Kinder abzulichten.

Am Freitag, 3. August, werden die Häuser wieder zerstört werden müssen. Das Holz wird – wie berichtet – kostenlos als Brennholz abgegeben.

Einem Haus allerdings wird dieses Ende wohl erspart bleiben, wie Jugendpflegerin Sigrid Lemp erklärte: „Ein Haus aus ,Metjenstede‘ wird wohl von Eltern komplett abtransportiert und im heimischen Garten wieder aufgestellt“.

Überschattet wurde die Ferienpassaktion von einem nächtlichen „Überfall“, bei dem eines der Häuser umgekippt und teilweise zerstört, Ortsschilder aus dem Boden gerissen und die nebenan liegende Skaterbahn mit Farbschmierereien verunstaltet wurden. Allerdings hatten die noch unbekannten Täter die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie Sigrid Lemp betonte: „Das Casa ist mit Überwachungskameras ausgestattet. Die Aktion wird noch Folgen haben“. Aufgenommene Bilder würden der Polizei zur Verfügung gestellt, sagte die Jugendpflegerin.