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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Drk-Übung: Mit blutigen Wunden für Ernstfall üben

07.06.2016

Bösel Ein Schrei. Eine junge Frau krümmt sich vor Schmerzen. In langen dünnen Fäden tropft Blut aus ihrem Mund. Die Hände suchen im Gras nach ihren Zähnen. „Kamil“, ruft sie verzweifelt nach ihrem Kumpel. Der Wind rauscht. Die Entfernung ist groß. Er hört sie nicht. Doch Rettung naht. Sie wird von einer Sanitäterin entdeckt.

Damit die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für den Ernstfall gerüstet sind, proben sie verschiedene Szenarien in Wettbewerben. Kürzlich traten die DRK-Bereitschaften des Landkreises Cloppenburg aus Garrel, Markhausen, Cloppenburg, Essen, Emstek und Strücklingen gegen einander an.

Die zehn Bereitschaften aus dem Landesverband Oldenburg (siehe Infokasten) bereiten sich ebenfalls vor. Ihre Aufgabe: die Verhütung und Linderung menschlicher Leiden, die sich aus Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Benachteiligung ergeben. Um die Bedingungen für die Helfer im Sanitäts- und Rettungsdienst so realistisch wie möglich zu gestalten, schminken die DRK-Mitarbeiter den Mimen Verletzungen.

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Mit Schwamm und Pinsel

Yvonne Mildenberger formt aus Wachs eine etwa fünf Zentimeter lange Rolle. Sie drückt sie an die Außenseite von Markus Pohlmanns Hand. Mit einem spitzen Kunststoffstab modelliert sie eine ausgefranste Riefe. Ein buschiger Pinsel wird gebraucht. Die stellvertretende Kreisjugendleiterin öffnet einen kleinen schwarzen Koffer. Verschiedenen Make-ups, Kunstblut und Wattebausche kommen zum Vorschein. Sie greift eine Palette mit Pudern in allen Farben. Die Wunde sieht realistisch aus.

Darauf legt die Leiterin des Jugendrotkreuzes, Petra Oltmann, großen Wert. „Als ich 1983 angefangen habe, hatten wir nur Schilder, auf denen zum Beispiel Herzinfarkt stand“, erzählt sie. Doch das Spiel mit Mimen bedarf einiger Vorbereitung. „Wir sind seit morgens dabei und bauen an verschiedenen Orten in Bösel die Stationen auf“, erzählt Oltmann.

Der Aufenthaltsraum in einer Turnhalle: Markus setzt sich neben Annika. Er überragt sie knapp um einen Kopf. 23 andere Mimen warten gespannt. In kleinen Grüppchen sitzen sie neben einander, reden, lachen.

Auf der zwei mal vier Meter großen Tischfläche stehen verschiedene Koffer und Körbchen. Sie enthalten die Schminksachen. Es riecht nach nach Make-up. Und nach Farbe.

DRK-Helfer tragen große Gefäße rein. Der Geruch von aufgewärmten Würstchen strömt durch den Raum. Mittagessen. Annika setzt sich schwungvoll auf einen runden Holzhocker. Ketchup von der Bockwurst läuft an ihrer Hand runter. Lachen. „Das sieht aus, wie bei dir später“, sagt Annika. Sie blickt zu Markus. Der beißt gerade genüsslich in eine Bockwurst.

„Wie heißen wir?“, fragt Markus. Keine Ahnung. Annika rückt ihre rote Brille zurecht. Sie zückt das Smartphone und googlt „Räubernamen“. Kichernd sieht die 32-Jährige auf ihr Smartphone. Sie schlägt Stanislav, Kalle, Pavel oder Igor vor und kann sich nicht recht zwischen ihnen entscheiden.

Seit dem Jahr 2000 mimen Annika und Markus. Sie sind Mitglieder der DRK-Bereitschaft in Lindern. Annika wohnt vor Ort, Markus in Ganderkesee. Die beiden schlüpften schon in viele Rollen. „Letztes Mal waren wir Bankräuber“, sagt Markus.

Letztes Mal hatte er eine Schusswunde abbekommen. Diesmal ist es nur eine Handverletzung“, sagt er ein bisschen traurig. Ihre Geschichte: Eine Bande will Diebesgut aus einem Gerätehäuschen auf einen Anhänger verladen. Markus reißt sich beim Kuppeln die Hand auf. Annika stürzt bei der Flucht. Sie schlägt sich die Zähne aus.

Szenenwechsel. Der Schulhof der St. Martin Grundschule. Markus steht beim Hänger. Annika sitzt im Gras.

Plötzlich springt Annika auf. Sie fuchtelt wild mit den Armen. Eine Sirene heult auf. Sanitäterin Vanessa sieht sich irritiert um. Aufgrund der Entfernung kann sie ihren Gruppenleiter nicht erreichen. Sanft, aber bestimmt, drückt sie Annika wieder nach unten auf die golden glänzende Wärmedecke.

Ausbilder zufrieden

„Keine Polizei“, ruft Annika. Vanessa versucht sie zu beruhigen. Immer wieder berührt sie ihren Arm, redet mit ruhiger Stimme auf ihre Patientin ein. „Das sind nur meine Kollegen. Die helfen dir“, sagt Vanessa. „Igitt“. Annika spuckt den Inhalt ihrer Blutkapsel aus. Es schmeckt nach Gelatine und künstlich. Annika ist ganz in ihrer Rolle versunken. Eine Viertelstunde dauert ein Durchgang. Dann geht von vorn los. An diesem Tag acht Mal.

Schiedsrichter Hans-Dieter Bendig beobachtet das Treiben. 24 weitere seiner Kollegen sind im Einsatz. Sie betreuen zehn Stationen.

„Die Teilnehmer lernen unter Stress zu arbeiten. Sie werden durch die Übung routinierter“, erklärt der Schiedsrichter von der DRK-Bereitschaft in Bösel. „Es läuft ganz gut, wir zeigen ihnen nur auf, wo noch etwas Potenzial nach oben ist.“ Mit der Leistung der teilnehmenden Gruppen ist der Ausbilder des Kreisverbandes zufrieden. Sie sind für den Ernstfall gut vorbereitet.


Mehr Bilder vom DRK Kreiswettbewerb unter   www.nwzonline.de/fotos/cloppenburg 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/cloppenburg 
Multimedia-Reportage über das Jugendrotkreuz Delmenhorst unter   www.nwzonline.de/roteskreuz 
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Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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