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Partnerschaft Mit einer Postkarte hat alles begonnen

Jever/Zerbst - Alles begann 1989 mit einer Weihnachtskarte: „Frohe Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr und immer genügend Druck am Rohr wünschen Euch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ,Ernst Albrecht‘ Zerbst“, stand darauf. Feuerwehrmitglied Jürgen Schollbach aus Zerbst hatte die Karte an die Freiwillige Feuerwehr Jever geschickt.

„Ich dachte, ich probiere es einfach mal – Jever hat ja schon immer zu Zerbst/Anhalt gehört und nach der Wende konnten wir ja wieder Kontakte knüpfen“, sagt Schollbach. Dass daraus eine Partnerschaft entstehen würde, die seit 25 Jahren hält, hätte er allerdings nie gedacht, meint Schollbach.

Gemeinsam mit seinen Kameraden von der Zerbster Wehr und ihren Partnerinnen – insgesamt 37 Personen plus Bürgermeister Andreas Dittmann – ist er nun nach Jever gekommen, um die 25-jährige Partnerschaft der Feuerwehren Zerbst und Jever zu feiern. Am Samstagabend fand der fröhliche Festakt zur „Silberhochzeit“ in der Feuerwache Milchstraße statt.

Zwei Jahre beschnuppert

Denn auf die Weihnachtskarte Schollbachs folgte rege Korrespondenz. Und im April und Mai 1990 reisten die ersten Feuerwehr-Delegationen in die jeweils andere Stadt, um sich kennen zulernen. Zwei Jahre lang beschnupperten sich die beiden Feuerwehren und prüften, wie die Partnerschaft aussehen könnte. Und am 27. Juli 1992 unterschrieben der damalige Stadtbrandmeister Helmer Schönheim aus Jever und Stadtwehrleiter Reinhard Sempter aus Zerbst den Partnerschaftsvertrag.

„Seit 25 Jahren besteht unsere Partnerschaft nicht nur auf dem Papier, sondern wird aktiv gelebt“, betonte Jevers Ortsbrandmeister Andreas Neeland: Neben den offiziellen gegenseitigen Besuchen etwa zu den Jahreshauptversammlungen und zum traditionellen Heringsessen in Jever haben sich zahlreiche private Kontakte und Freundschaften entwickelt, die die Partnerschaft tragen.

„Es gibt sogar eine Jever-Zerbst WhatsApp-Gruppe – und da ist dauernd Betrieb“, berichtete Neeland.

„25 Jahre – viele andere Partnerschaften haben das nicht erlebt“, sagte auch Zerbsts Wehrleiter Steffen Schneider: „Auch unsere Partnerschaft stand schon auf der Kippe, weil sie nicht gepflegt wurde.“

Aber: Die Wehr in Jever ist vergleichbar mit der Zerbster – und das betrifft nicht nur die Einsatzzahlen. Deshalb können beide Feuerwehren von den Erfahrungen der jeweils anderen profitieren, sagt Schneider.

Und zu Beginn der Partnerschaft hat die Zerbster Wehr mit Blick auf die Technik viel Schützenhilfe aus Jever bekommen – inzwischen ist der Stand der Technik hier wie dort auf gleichem Niveau. Auf anderem Gebiet konnten nach 25 Jahren aber auch die Jeveraner von den Zerbstern profitieren. Zerbst hatte zuerst einen Förderverein gegründet – und die Erfahrungen damit an die Jeveraner weitergegeben.

Kinderfeuerwehren

Und die Zerbster hatten zuerst eine Kinderfeuerwehr – die Jeveraner zogen nach. Die Kinderfeuerwehr ist in beiden Städten eine Erfolgsgeschichte. Im Nachteil ist Zerbsts Wehr allerdings bei der Zahl der Einsatzkräfte: 50 Feuerwehrleute zählt Schneiders Wehr – Jever hat gut 75 Aktive.

Dass die Partnerschaft lebt und in den vergangenen Jahren wieder Fahrt aufgenommen hat, ist auf jeverscher Seite unter anderem Olaf Rieken, Andreas Neemann und Franz Polter zu verdanken, betonte Gründungs-Ortsbrandmeister Helmer Schönheim: „Sie haben die Hängepartie beendet und dafür gesorgt, dass wieder Schwung in die Partnerschaft kommt“, sagte Schönheim.

An die Ortsbrandmeister beider Wehren überreichte er ein besonderes Geschenk des Feuerwehr-Fördervereins Jever: Gerahmte Blaudrucke aus der Blaudruckerei Jever, die den Patron der Feuerwehren St. Florian zeigen.

 Jever, Seite 28
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